Darum gehts
- Am Gardasee brach auf dem Camping «Bella Italia» Feuer aus, Ursache unklar
- Mindestens 24 Menschen verletzt, eine Person in kritischem Zustand
- Explodierende Gasflaschen erschwerten die Löschung bis 9 Uhr
Es war noch dunkel, als die Flammen plötzlich in den Himmel schossen. Kurz nach 6 Uhr morgens brach am Sonntag auf dem Campingplatz «Bella Italia» in der Gemeinde Peschiera del Garda am Südufer des Gardasees ein Feuer aus, wie italienische Medien berichten.
Nach ersten Angaben der Behörden mussten mindestens 24 verletzte Campinggäste ins Spital gebracht werden. Eine Person befindet sich laut Medienberichten in kritischem Zustand. Sieben wurden mittelschwer verletzt. Zur Identität der Verletzten äusserten sich die Behörden zunächst nicht näher. Die Brandursache ist bislang noch unklar. Klar ist, dass circa 30 Bungalows ausgebrannt sind.
Explodierende Gasflaschen behinderten Löschung
Die Flammen konnten gegen 9 Uhr unter Kontrolle gebracht werden. Laut dem Newsportal «Virgilio» waren zwanzig Feuerwehrleute sowie sechs Löschfahrzeuge im Einsatz. Die Löscharbeiten seien durch explodierende Gasflaschen erschwert worden, heisst es in Medienberichten weiter.
Zum Zeitpunkt des Brandes befanden sich zahlreiche Gäste auf dem Gelände des Campingplatzes. Rund 20 Mobilheime und Bungalows seien durch die Flammen beschädigt worden. Bilder in den sozialen Medien zeigen auch zerstörte Fahrzeuge.
«Man hat den Gestank gerochen»
Frank von Arx (54) aus Langenthal BE verbringt gerade die Ferien mit seiner Familie auf dem Campingplatz. Sie wurden durch den Knall in der Nacht geweckt. «Gegen 6 Uhr hörten wir einen riesigen Knall und kurz darauf die Sirenen der Feuerwehr und Ambulanz. Wir dachten zuerst, es sei ein Unfall auf der Strasse draussen.»
Nach dem Aufstehen habe von Arx online gesehen, was passiert sei. «Man hat auch den Gestank gerochen. Ich bin dann zum Ort des Geschehens, wo schon alles sehr grossräumig abgesperrt war.» Dort angekommen, habe er gesehen, dass die Feuerwehr immer noch Glutnester löscht.
«Das Restaurant ist wieder voll»
Der Berner vermutet, dass auch die Explosion durch eine Gasflasche verursacht wurde. «Im abgesperrten Bereich lagen ein paar Gasflaschen. Das würde dann auch den lauten Knall erklären.» Bei vielen Mobile Homes stehen die Gasflaschen direkt neben dem Grill.
Abgesehen vom Ort des Geschehens herrsche auf dem Campingplatz jetzt aber wieder der normale Alltag, als wäre nichts geschehen. «Das Restaurant ist wieder voll.» Dennoch sei die Erschütterung nach dem Vorfall unter den Campern spürbar. «Wir gehen schon einige Jahre hierhin und noch nie war die Stimmung so ruhig und bedrückt», schildert er. Von Arx plant, noch eine weitere Woche auf dem Campingplatz direkt beim Gardasee zu verbringen.
«Die Explosion war nicht zu überhören»
Auch Dario (17) aus Montlingen SG ist auf dem betroffenen Camping-Platz in den Ferien. Er wurde vom Inferno aus dem Schlaf gerissen. «Meine Mutter und mein Vater sind durch ein Klopfen an der Fensterscheibe mit den Worten ‹Fire! Fire!› kurz vor 6 Uhr geweckt worden.»
Sein Vater rannte daraufhin in den benachbarten Bungalow, um Darios Götti zu wecken. Auch Dario selbst erwachte durch den Rummel. «Ich ging nach draussen und sah das Inferno. Dunkler Rauch, und eine extrem hohe orange Säule», erzählt er.
Dann hat er einen extrem lauten Knall gehört: «Als ich dem Feuer zusah, explodierte wahrscheinlich eine Gasflasche. Die Explosion war nicht zu überhören.» Mittlerweile habe sich die Situation aber beruhigt. Auch die Strasse zum Campingplatz ist mittlerweile wieder befahrbar – laut Dario würde es aussehen «wie auf dem Kriegsfeld».
Deutsche Feuerwehrleute halfen in ihren Ferien aus
Der venetische Regionalratspräsident Luca Zaia gab in einem Facebook-Beitrag bekannt, dass die italienische Feuerwehr sogar durch deutsche Feuerwehrleute bei der Löschung des Brandes unterstützt wurde. Diese befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes als Gäste auf dem Campingplatz.
«Vielen Dank an die vier Feuerwehrleuten aus Dietzenbach, die sich seit gestern in den Ferien auf dem Campingplatz befanden und angesichts des Notfalls beschlossen, sofort einzugreifen, um die Flammen bis zum Eintreffen der Feuerwehr einzudämmen», schrieb Zaia.
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