Darum gehts
- Christa Pike (50) überlebte in Tennessee ihre Hinrichtung
- Nach zwei Giftspritzen liegt sie kritisch im Spital
- Spivey nennt sieben Nadeln und Qualen; der Staat schweigt
Am Mittwoch überlebte die verurteilte Mörderin Christa Pike (50) ihre Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee. Zwei Injektionen mit dem tödlichen Mittel Pentobarbital hätten ihr Leben beenden sollen. Am Donnerstagabend befindet sich Pike noch immer im Spital. Ihr Zustand sei nach wie vor kritisch – sie ist nicht ansprechbar.
Randy Spivey, einer von Pikes Anwälten, äusserte sich auf einer Pressekonferenz am Donnerstagabend zur gescheiterten Hinrichtung seiner Klientin. Er war dabei, als der verurteilten Mörderin die Giftspritzen verabreicht wurden. Während der Konferenz bezeichnet Spivey das Vorgehen des Bundesstaates als «ineffizient, grausam und qualvoll».
Sieben Nadeln eingeführt
Spivey erzählt den Medienvertretern, er habe beobachten können, wie während der Hinrichtung mindestens sieben Nadeln in Pikes linken Arm eingeführt wurden. Eine der Nadeln schien ausserdem verbogen zu sein, als die Ärzte sie aus Pikes Arm entfernten, sagte er, wie unter anderem die britische Boulevardzeitung «The Sun» berichtet.
Der Anwalt geht nicht weiter darauf ein, inwiefern diese sieben Nadeln mit den zwei Injektionen zusammenhängen. Der ganze Prozess habe sich laut Spivey zudem stark in die Länge gezogen. Das Exekutionsteam habe eine Stunde lang versucht, Pike einen intravenösen Zugang zu legen.
«Die Medien hörten deutlich, wie Christa nach Luft schnappte»
Die Gefängnisbeamten zogen laut dem Anwalt wiederholt die Vorhänge zu, um die Todeskammer vor den Augen der Anwesenden abzuschirmen. «Die Medien sassen in einem dunklen Raum und hörten deutlich, wie Christa atmete, nach Luft schnappte und um ihr Leben rang, während der Staat im Geheimen arbeitete.»
Unklar ist aktuell, wie genau die Schilderungen des Anwalts tatsächlich mit den Geschehnissen während der Hinrichtung übereinstimmen. Die Verantwortlichen des US-Bundesstaates haben sich bisher nicht zu den Vorwürfen geäussert.
Spivey fordert momentan überdies den Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, auf, Pikes Todesurteil in eine lebenslange Haftstrafe umzuwandeln. Eine überspitzte Darstellung der Ereignisse könnte also auch eine Taktik des Anwalts sein, um dieses Ziel zu erreichen.