Darum gehts
- Familie Huffman zog nach Russland, Vater kämpft nun an der Front
- Kreml-unterstütztes Visaprogramm lockt konservative Westler nach Russland
- Russische Armee rekrutiert monatlich etwa 40'000 Soldaten für Sommeroffensive
Als ihre Tochter im Schulunterricht über lesbische Beziehungen diskutieren sollte, war für Familie Huffmann klar: Mit den USA sind wir fertig. Zu «woke» war den Texanern ihre Heimat geworden. Statt etwa nach Kanada auszuwandern, traf die Familie eine extreme Entscheidung – sie zogen nach Russland, konkret in die kleine Stadt Istra nahe Moskau.
Geträumt hatte die fünfköpfige Familie von einem ruhigen Leben, das ihren konservativen Werten entspricht. Doch der ursprüngliche Traum nahm eine unerwartete Wendung: Familienvater Derek Huffmann (46) kämpft nun an der Front in der Ukraine um sein Leben.
Freiwillig in Russland, aber nicht als Soldat
Eigentlich hatte Huffmann nur eine zivile Stelle in Russland angenommen – versprochen wurde ihm ein Job als Schweisser. Doch was als Neustart für ihn und seine Familie begann, endete in der Nähe der Front. Laut «Daily Mail» schrieb er zunächst Kriegsberichte, bevor er eine rudimentäre militärische Ausbildung auf Russisch bekam. Sein letztes Lebenszeichen ist ein Video zum Vatertag: In Tarnkleidung richtet er emotionale Worte an seine Familie. Seitdem: Funkstille. Die Angehörigen behaupten, es gehe ihm gut – Belege gibt es keine.
Hinter seiner Geschichte steht ein vom Kreml gefördertes Visaprogramm, das gezielt westliche Bürger mit konservativer Haltung anspricht. Der angebliche Neuanfang endet für viele in der unfreiwilligen Rekrutierung. Die russische Armee nutzt solche Programme, um ihre Verluste auszugleichen – und setzt dabei auf Masse statt Klasse.
Putin braucht dringend Nachschub
Allein für die Sommeroffensive 2025 braucht Russland laut dem Institute for the Study of War rund 40'000 neue Soldaten pro Monat. Präsident Wladimir Putin (72) liess im Frühjahr 160'000 Wehrpflichtige einziehen, wie die Deutsche Welle berichtet. Dazu kommen Vertragssoldaten, die sich freiwillig und bis zum Alter von 65 verpflichten dürfen. Ein weiterer Anreiz: Soldgehälter wurden Mitte 2024 verdoppelt – ein Frontsoldat verdient nun rund 1800 Franken. Auch Straftätern wird der Dienst angeboten: Wer kämpft, kann Strafen vermeiden.
Putins Rekrutierungsoffensive ist brutal effizient. Für den texanischen Familienvater wurde das Versprechen eines Neubeginns zur Falle – mit ungewissem Ausgang.