Am Sonntag verkündete US-Präsident Donald Trump (80) überraschend einen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine. Beide Seiten wussten nach eigenen Angaben vor der Ankündigung jedoch nichts davon. Nachdem sich der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski (48) kurze Zeit später positiv über den Waffenstillstand geäussert hatte, blieb eine offizielle Antwort Russlands lange aus.
Jetzt gab der russische Aussenminister Sergei Lawrow (76) seine Einschätzung zu Trumps Vorhaben ab. «Selenski hat auf dem Schlachtfeld keine Pause verdient», erklärte er am Montag in Moskau, wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet. Lawrow wirft Selenski ausserdem vor, seine Überraschung über die angebliche Waffenruhe nur vorgetäuscht zu haben. «Er ist begierig darauf, jedes Wort, jede Initiative oder jede Idee, die an die Öffentlichkeit gelangt, zu nutzen, um mit allen Mitteln seine Interessen an einer Atempause zu verfolgen.»
Ukraine wolle sich neu aufstellen
Diese Atempause würde Selenski laut Lawrow dazu nutzen wollen, seine Streitkräfte in der Ukraine neu aufzustellen und neue Waffen aus dem Westen ins Land zu schaffen. Der ukrainische Präsident hatte zudem angekündigt, bei einer 60-tägigen Waffenruhe Neuwahlen zu organisieren.
Die Ablehnung des Aussenministers deutet darauf hin, dass auch Kreml-Chef Wladimir Putin (74) den Energie-Waffenstillstand wohl nicht akzeptieren wird. Eine Äusserung des russischen Anführers dazu bleibt bislang jedoch aus.
Dass der Kreml die Waffenruhe wahrscheinlich nicht akzeptieren würde, wurde bereits am Sonntagabend deutlich. Trotz Trumps Ankündigung nahmen russische Streitkräfte am Sonntagabend Kraftwerke in der Ukraine ins Visier. Unter anderem wurden Ziele in Kiew und Charkiw beschossen. Laut einem Bericht der BBC wurden Stand Montagabend sechs ukrainische Energieanlagen von Russland angegriffen, nachdem Trump den Energie-Waffenstillstand angekündigt hatte.