Ratgeber: So teuer sind Nachbestellungen
Was tun, wenn der Autoschlüssel verloren geht

Moderne Autoschlüssel bleiben in der Tasche, während wir das Auto öffnen und starten. Verlieren wir ihn dann doch einmal, wirds sehr teuer. So gehst du richtig vor, wenn du den Autoschlüssel verloren hast.
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Geht der Autoschlüssel verloren, sind je nach Marke Unkosten bis über 300 Franken vorprogrammiert.
Foto: Toini Lindroos
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Martin A. BartholdiRedaktor Auto & Mobilität

Es ist schnell passiert: Wir ziehen das Smartphone aus der Hosentasche – und ohne, dass wir es merken, kommt auch der Autoschlüssel mit und fällt zu Boden. Man kann ihn im Restaurant liegenlassen oder nach dem Tanken an der Zapfsäule vergessen – es gibt viele Möglichkeiten, den Autoschlüssel zu verlieren. Das ist doppelt ärgerlich, weil wir allenfalls nicht mehr nach Hause fahren können und vor allem uns einen neuen besorgen müssen. Was also tun, wenn der Schlüssel verschwunden ist?

Viele Hersteller bieten einen sogenannten Assistance-Dienst an, oft mit Gratis-Telefonnummer. Alternative: Der Fahrer meldet sich beim nächsten Markenvertreter, das gilt auch im Ausland. Dabei gilt es, die Chassis- und/oder Schlüsselnummer anzugeben.

Viele Sicherheitsvorkehrung

Die Chassis-Nummer findest du im Fahrzeugausweis. Ansonsten steht sie in der Regel auf der Frontscheibe ganz unten rechts. Ist dies nicht der Fall, sollte deine Marken-Vertretung die Nummer kennen, weil sie mit deiner Kundennummer oder deinem Nummernschild im System gespeichert oder beim Fahrzeugkauf auf dem Kaufvertrag notiert wird.

Mit dieser Information wird der neue Schlüssel bestellt, programmiert und gegen Vorlage der ID ausgeliefert – teilweise innert Tagesfrist. Falls der Hauptschlüssel verloren geht, braucht es je nach Marke ein neues Steuergerät, und der Zweitschlüssel (unbedingt mitnehmen!) muss angepasst werden. Generell gilt: Der Verlust kann teuer werden. Moderne Funkschlüssel kosten mit Programmierung leicht über 500 und bis zu 1000 Franken. Die Preise variieren aber je nach Modell und je nach Ausstattung.

So viel kostet ein Ersatzschlüssel bei deiner Marke

HerstellerKosten Schlüssel*Kosten Programmierung*Lieferfrist
Aiways
Alfa Romeoab 54 Fr.Händlerabhängig, ab 150 Fr.5 Tage
Alpineab 180 Fr.60 bis 100 Fr., händlerabhängig, ca. 30 Min3 Tage
Audi416 Fr. (Bsp. A3, Q3, Q8 E-Tron, exkl. MwSt.)49.50 bis 99 Fr.1–3 Tag
Bentley
BMW425 (Bsp. X3) bis 790 Fr. (3er)händlerabhängig, ca. 30 Min2–3 Tage
Cadillac
Chevrolet
Citroën120 bis 250 Fr.50 bis 80 Fr.1 Tage
Cupra180 Fr. (Bsp. Born, exkl. MwSt.)49.50 bis 99 Fr.1 Tag
Daciaab 180 Fr. (je nach Modell)60 bis 100 Fr., händlerabhängig, ca. 30 Min3 Tage
DS120 bis 250 Fr.50 bis 80 Fr.1 Tag
Ferrari
Fiatab 54 Fr.Händlerabhängig, ab 150 Fr.5 Tage
Genesis
Honda89 bis 290 Fr.30 bis 50 Fr.1–2 Tage
Hyundai
JACca. 325 Fr.50. Fr.1–3 Tage
Jaguar
Jeepab 54 Fr.Händlerabhängig, ab 150 Fr.5 Tage
Kia
Land Rover
Lexus83 bis 579 Fr.Händlerabhängig, ca. 10 Min2–3 Tage
Maserati
Mazda365 bis 470 Fr.Händlerabhängig, ca. 20 Min1–2 Tage
Mercedesca. 250 Fr.Händlerabhängigsofort bis 1½ Tage (Modell von vor 2010)
Mini419 Fr. (Bsp. Cooper SE)Händlerabhängig, ca. 30 Min2–3 Tage
Mitsubishi
Nissan
Opelab 125 Fr.Händlerabhängig, ca. 30 Min2–5 Tage
Peugeot29 Fr. (ohne Funk), 325 Fr. (mit Funk)Händlerabhängig, ca. 30 Min.
Polestar319 Fr.ca. 174 Fr.2–3 Tage
Porscheab 345 Fr.ab 115 Fr.2 Tage
Renaultab 180 Fr. (je nach Modell)60 bis 100 Fr., händlerabhängig, ca. 30 Min3 Tage
Seat289 Fr. (Bsp. Ateca, exkl. MwSt.)49,50 bis 99 Fr.1 Tag
Skoda256 Fr. (Bsp. Enyaq exkl. MwSt.)49.50 bis 99 Fr.1 Tag
SsangYong
Subaru272 bis 359 Fr.60 bis 80 Fr.1 Tag
Suzuki46.60 (Swift) bis 555 Fr. (Across)60 bis 70 Fr., ca. 30 Min1–10 Tage
Tesla
Toyota79 bis 422 Fr.Händlerabhängig, ca. 10 Min.2–3 Tage
VW271 Fr. (Bsp. ID-Modelle)49.50 bis 99 Fr.1 Tag

* Alle Angaben laut Hersteller

Sobald der neue Schlüssel programmiert ist, funktioniert der alte Schlüssel nicht mehr. Dafür muss allerdings die Werkstatt besucht werden. Den Schlüssel per App oder Kundenservice sperren zu lassen – wie beispielsweise die Kreditkarte – ist praktisch nicht möglich. Einzig die teureren Edel-Marken wie zum Beispiel Mercedes bieten diese Möglichkeiten für die neusten Modelle in ihrer Marken-App. Teilweise ist die Funktion in kostenpflichtigen Services integriert. Bei Mercedes lassen sich so alle Schlüssel sperren, auch auf dem Smartphone hinterlegte digitale Schlüssel.

Übernimmt die Versicherung die Kosten?

Bei Diebstahl zahlt die Kaskoversicherung. Oft verlierst du dabei aber eine Bonusstufe und die deswegen höhere Prämie ist teurer als der Ersatzschlüssel. Denn Gebühren für die Schlossänderung beziehungsweise Programmierung sind nicht versichert – und müssen folglich selber bezahlt werden.

Was mindert den Ärger?

Den Zweitschlüssel immer an einem sicheren Ort aufbewahren. Auf Ferienreisen gehört er mit ins Gepäck! Was im Notfall hilfreich sein kann: Bei den meisten modernen Funkschlüsseln ist immer noch ein konventioneller Notschlüssel mit «Bart» integriert. Diesen braucht es, wenn der Funkschlüssel kaputt oder aufgrund einer leeren Autobatterie überhaupt nichts mehr geht. Der Notbart reicht aber oft nur zum Öffnen der Türe, nicht aber zum Starten des Motors (elektronische Wegfahrsperre).

Was ist Keyless-Entry bzw. -Go?

Bei Keyless-Entry erkennen sich Auto und Schlüssel – der Fahrer kann einfach einsteigen. Bei Keyless-Go startet das Auto zudem auf Knopfdruck. Das heisst: Der Schlüssel bleibt immer in der Hosentasche. BMW hat inzwischen sogar einen Funkschlüssel mit Touchscreen. Der zeigt nicht nur den Tankstand an, sondern kann sogar das Auto in eine enge Parklücke hinein- und herausrangieren. Mercedes bietet diese Funktion per App an.

In den nächsten Jahren könnte das Smartphone den Autoschlüssel ablösen. Schon heute bieten vor allem Luxushersteller den Keyless-Zugang per Smartphone an. Sobald das Handy als Schlüssel freigeschaltet wurde, braucht es den eigentlichen Schlüssel des Herstellers nicht mehr. Dieser Zugang kann sogar per Smartphone vorübergehend an Familienmitglieder oder Freunde weitergegeben werden. So lässt sich das Auto selbst dann verleihen, wenn man gar nicht am Ort ist, um den Schlüssel auszuhändigen. Je nach Hersteller können bis zu fünf Smartphones als Schlüssel registriert werden.

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