Was als illegale Strassenparty begann, endete in der Nacht auf Sonntag in einer gewalttätigen Eskalation. Im Zürcher Kreis 4 gingen vermummte Chaoten auf Konfrontation mit der Polizei, feuerten Pyroraketen, Flaschen und Pflastersteine auf Einsatzkräfte und beschädigten Häuser sowie Fahrzeuge. Ein Polizeifahrzeug wurde angezündet, ein Polizist verletzt. Die Stadtpolizei spricht von gezielten Angriffen: Vermummte hätten Einsatzkräfte zunächst mit Pflastersteinen und Glasflaschen beworfen und anschliessend Feuerwerksraketen auf sie abgeschossen – bislang gab es keine Verhaftungen, die Ermittlungen laufen.
Die Krawallnacht hat Spuren hinterlassen. Einige Betroffene haben Angst und zweifeln daran, ob ihr Quartier noch sicher ist. Auch Geschäftsinhaber beklagen Schäden und fordern Konsequenzen.
«Willkommen in der neuen Schweiz»
Auch die Community zeigt sich fassungslos. «Die Polizei als Prügelknabe geht gar nicht», schreibt Patrick Meier. «Die Krawallanten, die Pyrotechnik gegen Einsatzkräfte verschiessen, scheinen bewusst in Kauf zu nehmen, dass sie damit schwere Körperverletzungen oder den Tod von Polizisten verursachen können», schreibt Ueli Hakios sichtlich entrüstet.
«Die Stapo hätte hier sehr hart durchgreifen müssen – ohne Wenn und Aber!», schreibt André Borer. Auch Erich Rutschmann macht seiner Empörung Luft: «Es ist ja unglaublich, dass die Polizei die Sicherheit und den Schutz für die Bevölkerung offenbar nicht mehr gewährleistet. Was muss noch passieren, bis das wieder unter Kontrolle ist?»
«Ich frage mich immer mehr, ob wir eigentlich noch in einem Rechtsstaat leben ...», kommentiert Marco Roth. Diese Frage spiegelt den Tenor in der Kommentarspalte exemplarisch.
Kritik an linker Politik
Was in der Nacht auf Sonntag passiert ist, sei die logische Folge «des ewigen Tolerierens der illegalen Partys», steht für Karin Stiefel fest. «Diese Leute nehmen die Polizei nicht mehr ernst.» Dani Wicki kommentiert: «Tja, willkommen in der neuen Schweiz. Man hätte schon viel früher einfach konsequent durchgreifen müssen.» Aber gerade in linken Städten habe man «die Krawallbrüder- und Schwestern einfach immer gewähren lassen». Das sei nun das Resultat.
In eine ähnliche Richtung zielen viele weitere Kommentare. Viele kritisieren zudem explizit die linke Politik in Zürich und sehen deren Kurs als Ursache dafür, dass es überhaupt zu solchen Ausschreitungen kommen konnte. Andere weiten den Blick und ziehen Vergleiche mit Vorfällen in nahen Ausland, etwa Deutschland oder Frankreich.
«Bald in guter Gesellschaft mit Frankreich und Deutschland»
«Vielleicht sollte man einmal zur Kenntnis nehmen, dass alle Missstände, die man in unseren Nachbarländern beobachtet, auch bei uns mit etwas zeitlicher Verzögerung kommen», schreibt Martin Capaul. «Schändlich finde ich einfach, dass trotz dieser Möglichkeit, zu sehen, wohin das Ganze führt, nichts – aber wirklich gar nichts – unternommen wird.»
Werner Steiner blickt ebenfalls besorgt in die Zukunft: «Es dauert in der Schweiz immer ein wenig länger. Aber bald ist man in guter Gesellschaft mit Frankreich und Deutschland. Ich bin traurig, wenn ich solche Geschichten aus meinem Heimatland höre, und besorgt, dass es nur noch schlimmer werden kann.»