«Artificial klingt fake»
Trump benennt AI in «Super Intelligence» um

Nach Berg, Golf und See hat der US-Präsident wieder mal einen neuen Namen für etwas gefunden: Dieses Mal gehts um die künstliche Intelligenz, die auf Englisch «Artificial Intelligence» heisst. Seit Dienstagabend nennt Trump sie Super Intelligence.
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Hallo, ich bin der Trump-Bot: So stellt sich ChatGPT den US-Präsidenten im AI-Zeitalter vor.
Foto: KI-Illustration / Blick

Darum gehts

  • Trump nennt KI nach Abstimmung auf Social Media «Super Intelligence»
  • «Artificial» klingt ihm zu unecht, leider existiert Begriff in Wissenschaft bereits
  • Am Mittwoch sprechen OpenAI- und Anthropic-Chefs vor dem UNO-Sicherheitsrat
Thomas Benkö, Ringier
Thomas BenköJournalist & AI Innovation Lead

Das Wort «artificial» ist dem US-Präsidenten zu schwach. Vor der UNO-Generalversammlung verkündete er einen neuen Namen für die Technologie.

«Super Intelligence» soll sie heissen. In allen offiziellen US-Dokumenten werde «AI» jetzt durch «SI» ersetzt.

Die Begründung? Das Wort «artificial» lasse Intelligenz unecht klingen. Trump sagte: «It is not fake. It's actually amazing.» Auf Deutsch: «Es ist keine Fälschung. Es ist tatsächlich erstaunlich.»

Am Dienstag hat er die Umbenennung offiziell bekannt gegeben. Zusammen mit führenden KI-Unternehmen hat er ein Abkommen unterzeichnet und veröffentlicht. Trump nannte das Abkommen «moralisch bindend». Gleichzeitig erteilte er neuen KI-Gesetzen eine Absage – allen Warnungen von Branchenexperten zum Trotz. Er stellte klar, dass er voll auf die Eigenverantwortung der Konzerne setze: «Die Selbstregulierung ist sehr wichtig», hielt er fest.

Zusätzliche Regeln hält der US-Präsident für überflüssig, da Institutionen wie das Justizministerium und die Bundespolizei FBI bereits für die nötige Aufsicht sorgen würden. Mit Blick auf den Rivalen China verteidigte Trump seinen Kurs: Die USA lägen beim Thema KI klar in Führung – und diesen Vorsprung wolle man nicht durch Regulierung aufs Spiel setzen.

Unterschrieben haben Sundar Pichai von Google, Dario Amodei von Anthropic, Mark Zuckerberg von Meta, Greg Brockmann von OpenAI, Elon Musk von XAI und Jensen Huang von Nvidia.

Trump hofft nun, dass der Rest der Welt den neuen Begriff übernimmt.

Das Volk durfte mitreden. Trump und das Weisse Haus hatten auf X und Truth Social nach alternativen Namen gefragt. Zur Auswahl standen erst die Begriffe: «Superior Intelligence», «Extreme Intelligence» und «Supreme Intelligence». Schliesslich wurde «Super Intelligence» draus.

Das Problem: Der Begriff existiert längst. Superintelligenz bezeichnet eine KI, die die menschliche Intelligenz übertrifft. Sie ist Ziel vieler KI-Firmen und zugleich die grösste Sorge der Warner. Ob Trump dieses Konzept meinte, ist unklar.

Den AI-Chefs zuvorgekommen

Warnungen von KI-Sicherheitsforschern verglich Trump mit jenen zum Klimawandel, den er ebenfalls als Schwindel bezeichnet. Ein internationales Kontrollgremium nach dem Vorbild der Atomenergiebehörde IAEA lehnt er ab.

Auf «Truth Social» liess Trump über den neuen Namen abstimmen.
Foto: Blick

Es ist seine typische Methode. Aus dem Golf von Mexiko machte Trump den «Golf von Amerika», aus dem Lake Ontario den «Lake America» – und den höchsten Berg Nordamerikas, den 6190 Meter hohen Mount Denali in Alaska, nannte er (wieder) in Mount McKinley um.

Der Zeitpunkt ist heikel. Am Mittwoch sollen OpenAI-Chef Sam Altman und Anthropic-Chef Dario Amodei vor dem UNO-Sicherheitsrat sprechen. Am Donnerstag folgt der Staatsbesuch von Xi Jinping. KI gehört zu den wichtigsten Gesprächsthemen der beiden Supermächte.

Update: Am Dienstag, 29. September, hat Trump den Namenswechsel offizialisiert.

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