Darum gehts
- Plötzliche Temperaturstürze können Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen, warnt ein Kardiologe
- Betroffene mit Vorerkrankungen sollten Brustschmerzen und Atemnot ernst nehmen
- Temperaturwechsel um 20–25 Grad erhöhen akute Gesundheitsrisiken für Herz-Kreislauf-System
Wenn die Temperaturen im Herbst allmählich fallen, hat unser Organismus in der Regel ausreichend Zeit, sich daran zu gewöhnen. Abrupte Temperaturwechsel können den Körper hingegen stärker belasten. Der serbische Kardiologe Petar Otašević nennt dabei insbesondere Temperaturunterschiede von mehr als 20 bis 25 Grad innerhalb kurzer Zeit.
Otašević erklärt, welche Vorgänge durch einen plötzlichen Temperatursturz im Körper ausgelöst werden können. «Durch die Kälte verengen sich die Blutgefässe, was wiederum den Blutdruck ansteigen lässt. Dadurch können bei gefährdeten Personen Probleme wie ein akuter Herzinfarkt oder ein akuter Schlaganfall auftreten», so der Arzt.
Gefährdete Personen sollten spezifische Symptome im Auge behalten
Besonders gefährdet sind laut Otašević Menschen mit chronischen Erkrankungen sowie ältere Menschen. Auch Kinder zählt er zu den Personengruppen, die empfindlicher auf abrupte Wetterwechsel reagieren können. Dies, da die Abwehrmechanismen dieser Personengruppen schwächer ausgeprägt seien. «Es gibt bestimmte Risikofaktoren, wie zum Beispiel chronische Krankheiten, Bluthochdruck oder einen vorangegangenen Herzinfarkt», erklärt Otašević. Betroffene sollten daher auf spezifische Symptome achten, die auf Herz-Kreislauf-Probleme hindeuten können.
Insbesondere Brustschmerzen können laut dem Kardiologen ein Warnsignal darstellen. «Charakteristisch sind Schmerzen, die in der Brustmitte auftreten und in den Kiefer und die Schultern ausstrahlen. Wenn diese sich wie ein Engegefühl, Brennen oder ein Schweregefühl in der Brust anfühlen, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.» Auch Atemnot kann im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Problemen auftreten. Bei sehr hohen Blutdruckwerten und gleichzeitig auftretenden Beschwerden kann ein medizinischer Notfall vorliegen.
Kälte kann Blutdrucktherapie beeinflussen
Während sich die Blutgefässe bei Wärme erweitern, verengen sie sich bei Kälte. Dadurch kann der Blutdruck in den kalten Monaten höher liegen. Bei Menschen, die Medikamente zur Blutdruckregulation einnehmen, kann deshalb eine ärztliche Überprüfung der Therapie sinnvoll sein. Otašević rät Betroffenen zu einem frühzeitigen Beratungstermin mit ihrem Hausarzt. Eine eigenständige Anpassung der Medikamentendosis sollte jedoch keinesfalls vorgenommen werden.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.