Diabetes durch Fettabbau
Warum zu wenig Fett krank macht

Zu wenig Fett kann tödlich sein: Eine Studie der Universität Michigan zeigt, dass Fettgewebe entscheidend für die Gesundheit ist. Fehlfunktionen wie bei seltenen Krankheiten führen zu Diabetes und Stoffwechselproblemen.
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Ein Fettabbau auf die falsche Art und Weise kann genauso schädlich sein wie die Fettleibigkeit.
Foto: imago/CHROMORANGE

Darum gehts

  • Studie: Fettverlust kann wie Fettleibigkeit Diabetes und Lebererkrankungen verursachen
  • Mausmodell zeigt genbedingte Störungen in Fettzellen und Entzündungsförderung
  • Lipodystrophie-Patienten: Neue Therapien könnten Stoffwechselprobleme deutlich reduzieren
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Gina Grace Zurbrügg

Das Streben nach der perfekten Figur ist in unserer Gesellschaft stark verankert. Aber: Zu starker Fettverlust kann genauso gefährlich sein wie Fettleibigkeit, wie eine Studie zeigt. Er kann zu Diabetes und Lebererkrankungen führen.

Körperfett hatte lange einen schlechten Ruf, doch Wissenschaftler wissen heute, dass Fettgewebe für die Gesundheit unerlässlich ist. Es fungiert als aktives Organ, das eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielt und viele lebenswichtige Prozesse im Körper unterstützt.

Fett wird falsch verteilt

Überschüssiges Fett, wie es bei Fettleibigkeit vorkommt, erhöht bekanntermassen unter anderem das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes und Herzkrankheiten. Weniger offensichtlich ist jedoch, dass ein Fettabbau auf die falsche Art und Weise genauso schädlich sein kann.

Neue Forschungsergebnisse der Universität Michigan zeigen, dass sich die Auswirkungen eines Versagens des Fettgewebes im ganzen Körper ausbreiten.

Bei seltenen Erkrankungen wie der «familiären partiellen Lipodystrophie Typ 2 (FPLD2)» verliert und verteilt der Körper Fett auf abnorme Weise, was ebenfalls zu Diabetes und anderen Stoffwechselproblemen führen kann.

Ein Paradoxon in der Fettbiologie

Dieses Paradoxon beschäftigt Elif Oral, Klinikerin und Professorin in der Abteilung für Stoffwechsel, Endokrinologie und Diabetes an der Universität von Michigan, schon seit langem.

Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, zu verstehen, warum Fettgewebe bei Krankheiten wie der «Lipodystrophie» abgebaut wird – mit dem Ziel, die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern.

Ursachen der Fehlfunktion

In enger Zusammenarbeit mit Patienten, die an FPLD2 leiden, untersuchte Oral zusammen mit einem grösseren Forschungsteam die Erkrankung.

Ihre Bemühungen zielten darauf ab, die Ursachen der Fehlfunktion im Fettgewebe zu klären. «Die einfache Erklärung ist, dass in allen Fettzellen (Adipozyten) wirklich katastrophale Dinge passieren», sagt Doktorandin Jessica Maung, die ebenfalls an der Forschung beteiligt ist.

Um dies zu untersuchen, entwickelten die Forscher ein Mausmodell, bei dem das Lamin-A/C-Gen in Fettzellen gezielt abgeschaltet wurde. Es ist bekannt, dass dieses Gen bei Menschen mit FPLD2 verändert ist.

Gewebe stark geschädigt

Diese Veränderungen verhindern, dass Fettzellen Lipide ordnungsgemäss speichern und verarbeiten. Gleichzeitig geraten sowohl Fettzellen als auch benachbarte Immunzellen in einen entzündungsfördernden Zustand. Auch die Mitochondrien in den Fettzellen verlieren ihre normale Funktion.

«All diese Effekte zusammen schaffen die perfekten Bedingungen dafür, dass Gewebe stark geschädigt wird und schliesslich abstirbt», sagt Maung.

Auswirkungen auf die Stoffwechselgesundheit

Wenn das Fettgewebe nicht mehr gesund ist, hat der Körper Schwierigkeiten, den Fettstoffwechsel zu regulieren und wichtige Stoffwechselhormone freizusetzen. Dieser Abbau kann zu Krankheiten wie Diabetes und Fettlebererkrankung führen.

«Dies unterstreicht die Bedeutung gesunder Fette für einen intakten und funktionsfähigen Stoffwechsel», sagt Oral. Die Forschenden glauben, dass diese Erkenntnisse die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden voranbringen könnten. Durch den Schutz des Fettgewebes oder die Wiederherstellung seiner Funktion könnten zukünftige Therapien dessen Verlust verhindern und Stoffwechselkomplikationen reduzieren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Die serbische Newsplattform gehört wie Blick zu Ringier.

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