«Inakzeptabel», «Nicht tragbar»
Bahn-Hammer für drei Städte! Halbstundentakt nach Zürich in Gefahr

Drei Berner Städte fürchten um ihren guten Anschluss nach Zürich: Der Bund plant, den heutigen Interregio-Halbstundentakt ab 2035 zu streichen – obwohl gerade die Region um Burgdorf BE stark wächst und mehr Bahninfrastruktur fordert.
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Die Berner Städte Burgdorf, Herzogenbuchsee und Langenthal fürchten um ihre guten Bahnverbindungen.
Foto: IMAGO/Jonas Philippe

Darum gehts

  • Ab 2035 soll die Verbindung von Burgdorf nach Zürich nur noch stündlich möglich sein
  • Die Stadt warnt vor den Folgen für den Wirtschaftsstandort und die verdichtete Stadtentwicklung
  • Auch Langenthal und Herzogenbuchsee wären von diesem Abbau betroffen
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Janic UrechRedaktor Politik

Drei Berner Städte könnten den Halbstundentakt nach Zürich verlieren. Sie sind stinksauer – und besonders die politischen Verantwortlichen von Burgdorf BE bringen das auch zum Ausdruck. Eine Strategie des Bundes sieht vor, dass der Interregio, der Burgdorf, Langenthal BE und Herzogenbuchsee BE via Olten mit Zürich und der Ostschweiz verbindet und bisher halbstündlich fährt, ab 2035 nur noch stündlich verkehrt.

«Dieser seit Jahrzehnten bestehende Verbindungstakt muss weiterhin zwingend gewährleistet bleiben», schreibt die Stadt in einer Stellungnahme. «Ein Abbau dieses Angebots ist für die Stadt Burgdorf samt Agglomeration sowie für den Wirtschaftsstandort Emmental mit mehr als 50’000 Personen nicht tragbar.» Der Schritt wird als «inakzeptabel» bezeichnet.

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Konkret wird befürchtet, dass eine Schwächung die verdichtete Siedlungsentwicklung in Burgdorf blockiert. Dies widerspreche weiteren Vorgaben des Bundes: «Die Gemeinden werden rechtlich dazu verpflichtet, verdichtet zu bauen, erhalten vom Bund jedoch nicht die dafür notwendige Infrastruktur und Planungssicherheit», heisst es. Deshalb fordert Burgdorf, dass wachstumsstarke Zentren nicht «systematisch benachteiligt» würden.

Burgdorf verliert langsam die Geduld

Burgdorf wartet zudem schon lange auf Investitionen in die Bahninfrastruktur. Das Perron am Bahnhof ist zu kurz und für Menschen mit Behinderung nicht geeignet. Ebenso fordert die Region Burgdorf seit langem einen Zehnminutentakt nach Bern. Zwar prognostizieren die SBB bis 2070 ein Wachstum des Personenaufkommens am Bahnhof Burgdorf um 80 Prozent, doch die dafür nötigen Investitionen lassen auf sich warten.

Trotz den unterschiedlichen und vehementen Kritikpunkten unterstützt die Stadt Burgdorf das Konzept des Bundes grundsätzlich. Mit dem Konzept «Verkehr ’45» legt der Bund fest, welche Verkehrsprojekte bis 2045 mit welcher Priorität umgesetzt werden sollen.

Es umfasst sowohl Schienenprojekte als auch Projekte für die Nationalstrassen und den Agglomerationsverkehr. Zu den Vorhaben zählen etwa auch der Grimseltunnel und der Durchgangsbahnhof Luzern. Der Bundesrat hat seine Pläne in die Vernehmlassung gegeben, die am 9. Oktober 2026 endet.

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