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Verteidigungsleitlinien gutgeheissen:«Sicherheitslage der Schweiz hat sich stark verschlechtert»

Cyber-Krieg und Drohnen-Bataillon
Das ist Pfisters Masterplan für unsere Armee

Die Schweiz rüstet auf: Verteidigungsminister Martin Pfister will die Armee bis 2028 zur Einsatzarmee umbauen und ein Drohnenbataillon einführen. Die Medienkonferenz um 14 Uhr live.
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Die Schweizer Armee soll ein Drohnenbataillon bekommen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Die Schweiz plant bis 2028 ein Drohnenbataillon für modernisierte Verteidigung
  • 80 Prozent der Armee-Investitionen bis 2039 für hybride Bedrohungen vorgesehen
  • Bundesrat will Armee von Ausbildungs- auf Einsatzarmee umstellen

Der Krieg ist wieder in Europa und so nahe an der Schweiz wie schon lange nicht mehr. Der Bundesrat um Verteidigungsminister Martin Pfister (62) hat sich deshalb auf die künftige Ausrichtung der Armee festgelegt.

Die wahrscheinlichste Bedrohung für die Schweiz seien hybride Bedrohungen – also eine Kombination von beispielsweise klassischen Militäreinsätzen, Cyberangriffen, Attacken auf die kritische Infrastruktur wie Rechenzentren oder Atomkraftwerke und Propaganda in den sozialen Medien. Aber auch Angriffe aus der Distanz sind möglich.

An der Medienkonferenz wurde Armeechef Benedikt Roos (61) deutlich: «Die Schweiz wird jeden Tag angegriffen. Jeden Tag.» Natürlich nicht mit Panzern, aber mit Cyberangriffen und Desinformation. «Wir müssen einen möglichen Gegner überzeugen können, dass ein Angriff auf die Schweiz ihn viel zu teuer zu stehen käme», so Roos.

«Heute ist die Armee im Wesentlichen eine Ausbildungsarmee», sagte Bundesrat Pfister. Künftig will sie wieder eine Einsatzarmee werden. Er muss dafür die Armee neu ausrichten.

Armee passt Führungsstruktur an

Neu solle die Armee konsequent einsatzbezogen sein. Die Schweiz soll in drei militärische Einsatzräume aufgeteilt sein. Dort sei neu je eine Einsatzdivision für die Erfüllung sämtlicher Aufträge zuständig. «Diese klare Reglung der Verantwortlichkeit soll die Führungsfähigkeit unserer Armee stärken», so Pfister an der Medienkonferenz.

Weiter werden die Stäbe verschlankt und die Anzahl höherer Stabsoffiziere reduziert. «Ich will rund 25 Prozent der Funktionen reduzieren, die mit höheren Stabsoffizieren besetzt sind», sagt Pfister. Später fügt er hinzu, dass es 47 höhere Stabsoffiziere gebe – es sollen also rund 12 Prozent der Stellen abgebaut werden. «Ich gehe nicht davon aus, dass höhere Stabsoffiziere entlassen werden», sagt Pfister. Viele würden sich am Ende ihrer Laufbahn befinden oder könnten auch andere Aufgaben übernehmen.

Schweiz bekommt ein Drohnenbataillon

Drohnen werden in der Kriegsführung immer wichtiger. Ab 2028 soll die Schweiz ein Drohnenbataillon haben. «Dieses bildet den Kern für die systematische Einführung unbemannter Systeme und trägt der rasanten technologischen Entwicklung in diesem Bereich Rechnung», heisst es in der Medienmitteilung. Die Armee will dafür auch mit Hochschulen, Industrie und Start-ups zusammenarbeiten.

Hier fliesst das Geld hin

Pfister will mit einer Mehrwertsteuererhöhung mehr Geld für seine Armee bekommen. Jetzt legt er dar, wo das Geld hinfliessen soll. Bis 2039 sollen rund 80 Prozent der Investitionen in die Abwehr der wahrscheinlichsten Bedrohungen fliessen. «Im Vordergrund stehen dabei insbesondere die Stärkung der Luftverteidigung, der Schutz der Angehörigen der Armee, der Einsatz und die Abwehr von Drohnen sowie der Schutz von Netzwerken, Daten und kritischen Systemen», heisst es in einer Medienmitteilung. Die restlichen 20 Prozent gehen in die grundsätzliche Abwehr eines militärischen Angriffs. «Dabei werden, wo möglich, klassische Mittel mit modernen und kostengünstigeren Technologien kompensiert.»

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