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Grosser Staatsbesuch in Bern
«Kosovo und die Schweiz teilen gemeinsame Werte»

Der Bundesrat empfängt Vjosa Osmani mit allen Ehren. Auch Fussball-Star Xherdan Shaqiri ist beim Staatsbankett dabei. Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Kosovo sind aus historischen Gründen eng.
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Kosovos Präsidentin Vjosa Osmani kommt für einen Staatsbesuch in die Schweiz.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Kosovos Präsidentin besucht die Schweiz für zweitägigen Staatsbesuch mit höchsten Ehren
  • Fussballstar Xherdan Shaqiri nimmt am Staatsbankett teil
  • Über 200'000 Menschen mit kosovarischen Wurzeln leben in der Schweiz

Die Schweiz rollt Kosovos Präsidentin den roten Teppich aus – und das mit prominenter Begleitung! Vjosa Osmani (43) wird am Mittwoch vom Gesamtbundesrat zu einem zweitägigen Staatsbesuch mit höchsten Ehren empfangen. Es ist der erste Besuch eines kosovarischen Staatsoberhaupts überhaupt in der Schweiz.

Feierlicher Höhepunkt: das Staatsbankett. Mit dabei ist auch Fussball-Star Xherdan Shaqiri (33), der kosovarische Wurzeln hat. Influencer rufen die kosovarische Community sogar dazu auf, zur Empfangszeremonie mit der Präsidentin nach Bern zu kommen.

In der Schweiz leben über 200'000 Menschen mit Wurzeln im Kosovo – das entspricht mehr als einem Zehntel der Bevölkerung des jungen Staates. Bis heute lassen sich viele Kosovarinnen und Kosovaren hier einbürgern: Allein 2024 erhielten laut offiziellen Zahlen 2255 Personen aus dem Kosovo den Schweizer Pass.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Kosovo sind eng und über Jahrzehnte gewachsen. Diese sieben Momente zeigen, wie tief sie reichen:

1

Erste Gastarbeiter, frühe Freiheitskämpfer

Bereits in den 1960er-Jahren kamen Arbeitskräfte aus der damaligen jugoslawischen Provinz Kosovo in die Schweiz. Ab 1981 formierte sich die kosovarische politische Bewegung weitgehend im Exil – auch führende Mitglieder der «Befreiungsarmee» UÇK lebten bis 2001 hierzulande.

2

Krieg bringt Tausende in die Schweiz

Während des Kosovo-Kriegs Ende der 1990er-Jahre stieg die Zahl der Migranten sprunghaft an. Um die Jahrtausendwende lebten dann bereits rund 200'000 Kosovo-Albaner in der Schweiz. Gleichzeitig leistete die Schweiz humanitäre Hilfe und unterstützte Rückkehrprogramme für Geflüchtete.

3

Schweiz steht hinter Kosovos Unabhängigkeit

Nach dem Krieg engagierte sich die Schweiz im Wiederaufbau. 2005 sprach sich der Bundesrat erstmals offiziell für die Unabhängigkeit Kosovos aus. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey (79, SP) bekräftigte dies bei einem Besuch vor Ort – eine Rückkehr unter serbische Kontrolle sei weder wünschenswert noch realistisch, sagte sie damals. Später erhielt Calmy-Rey die Ehrenbürgerschaft Kosovos – für ihren Einsatz zugunsten der Unabhängigkeit.

4

Jubel nach der Unabhängigkeit

Am 17. Februar 2008 erklärte Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien – in Bern und Zürich wurde ausgelassen gefeiert. Am Tag darauf erkannten Grossbritannien, Frankreich und die USA den neuen Staat an. Die Schweiz folgte am 27. Februar als 19. Uno-Mitglied.

5

Grösster Auslandeinsatz der Armee

Seit 1999 beteiligt sich die Schweiz mit der Swisscoy an der Nato-Mission Kfor. Heute führt sie dort die Transportkompanie. Das Parlament hat den Einsatz zuletzt bis Ende 2026 verlängert – es ist bis heute das grösste bewaffnete Auslandsengagement der Schweizer Armee.

6

Schweizer Hilfe für den Reformkurs

Die Schweiz unterstützt den Reformprozess im Kosovo – für mehr Stabilität, bessere Regierungsführung und eine stärkere Integration in Europa. Die laufende Kooperationsstrategie fokussiert zudem auf Wirtschaft, Klima und Migration.

7

Der erste Staatsbesuch

Staatsbesuche mit allem Drum und Dran gibt es nur ein- bis zweimal pro Jahr in der Schweiz. Nun ist Osmani das erste kosovarische Staatsoberhaupt, das in der Schweiz einen Staatsbesuch macht. Begleitet wird sie von ihrem Gatten.

Das Paar wird am ersten Besuchstag von allen sieben Bundesratsmitgliedern auf dem Bundesplatz mit militärischen Ehren empfangen. Danach folgen die offiziellen Ansprachen und ein politischer Austausch. Besprochen werden sollen unter anderem der wirtschaftliche Austausch, die Schweizer Präsenz im Kosovo sowie Fragen zu Sicherheit und Migration.

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