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«I can English understand»:Das sind Parmelins Kult-Momente als Bundesrat

Nachfolge von Guy Parmelin
Esther Friedli will nicht, Natalie Rickli taucht ab

SVP-Bundesrat Guy Parmelin hört auf. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger läuft. Jetzt ist klar: Esther Friedli will nicht. Und Natalie Rickli taucht vorerst ab. Die aktuellsten Entwicklungen.
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Guy Parmelin nimmt den Hut!
Foto: PETER SCHNEIDER

Darum gehts

  • Erstmals könnte eine Frau für die SVP in den Bundesrat einziehen
  • Offen ist, ob Parmelins Sitz in der Westschweiz bleiben soll
  • Wer antreten will, wer noch überlegt – und wer sich aus dem Rennen nimmt

SVP-Bundesrat Guy Parmelin (66) tritt zurück. Damit läuft das Rennen um seine Nachfolge. Gewählt wird diese im Dezember. Es gibt prominente SVPler, die sich Gedanken machen. Andere zogen sich bereits zurück – und (vorerst) einer wirft seinen Hut in den Ring. Die Übersicht.

Sie haben abgesagt

Die St. Galler Ständerätin Esther Friedli (49) gehörte zu den Top-Favoritinnen für eine mögliche Parmelin-Nachfolge. Friedli wird von Parteikollegen als fähige Politikerin angesehen, sie kommt bei allen Lagern gut an. Die studierte Politologin ist mit dem früheren SVP-Chef Toni Brunner (52) verheiratet.

Doch am Freitagabend, 9. Oktober, nahm sich Friedli aus dem Rennen. «Es ehrt mich, dass man mich als Kandidatin in Betracht zieht. Doch ich kann mir nicht vorstellen, die Arbeit als Ständerätin bereits nach dreieinhalb Jahren wieder abzugeben», sagte sie dem Nachrichtenportal «Toggenburg24».

Esther Friedli
Foto: Alessandro della Valle

Auch die Bündner Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher (57) galt als potenzielle Bundesratskandidatin. Die Lenkerin des Ems-Konzerns ist ein Schwergewicht in Bundesbern. In der SRF-«Arena» machte sie allerdings bereits klar: «Nein, ich werde nicht kandidieren. Ich bin Unternehmerin.»

Magdalena Martullo-Blocher
Foto: Claudio Thoma

Ebenso attestierten einige SVP-Präsident Marcel Dettling (45) das Zeug zum Bundesrat, er hat sich aber frühzeitig aus dem Rennen genommen.

Er ist nominiert

Die SVP Kanton Schwyz will Regierungsrat André Rüegsegger (50) für den Bundesrat nominieren. Die Kandidatur des – national kaum bekannten – Politikers ist bereits offiziell bei der Findungskommission platziert, in der kommenden Woche ist ein Gespräch geplant. Das schreibt die Kantonalpartei in einer Medienmitteilung am Dienstag, 6. Oktober. Damit hat der erste Kandidat seinen Hut in den Ring geworfen.

«André Rüegsegger stellt eine Persönlichkeit dar, die das Format für die Landesregierung hat, hierfür im idealen Alter ist, und als erster Bundesrat aus dem Stand Schwyz ein überaus würdiger Vertreter wäre», heisst es in der Mitteilung. Der 50-jährige Brunner bringe einen «grossen Rucksack politischer Erfahrung» mit. Seit 2012 ist er Mitglied des Schwyzer Regierungsrates. Zuvor amtete er von 2008 bis 2012 als Kantonsrat und von 2010 bis 2012 als Fraktionspräsident der SVP Kanton Schwyz sowie als Mitglied der Ratsleitung.

Sie überlegen noch

Die Zürcher Regierungsrätin Natalie Rickli (49) gehört seit längerem zu den meistgenannten Namen. Am Dienstag, 6. Oktober, äusserte sie sich auf Instagram erstmals öffentlich zu einer möglichen Bundesratskandidatur und wählte dafür ein passendes Bild: Es zeigt sie im Taucheranzug unter Wasser, in entspannter Yoga-Pose.

«Mein Amt als Zürcher Regierungsrätin übe ich sehr gerne aus», schreibt Rickli. Zudem habe sie sich bereit erklärt, für eine dritte Legislatur zu kandidieren. «Eine Kandidatur für den Bundesrat muss nicht nur darum wohlüberlegt sein», hält sie fest. «Ich nehme mir die nötige Zeit dafür.» Hektik gebe es keine: Die Frist für eine Meldung läuft bis zum 23. Oktober. Bis dahin taucht Rickli wortwörtlich ab. «Ich melde mich nach den Herbstferien», kündigt sie an.

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Rickli galt als Shootingstar der SVP, wurde jung in den Nationalrat gewählt und sitzt seit 2019 im Zürcher Regierungsrat. Damit bringt sie Exekutiverfahrung mit. Rickli, mediengewandt und schweizweit bekannt, bewältigte als Zürcher Gesundheitsdirektorin die Corona-Krise. Zuletzt holperte es in ihrem Departement aber bei der Aufklärung des Zürcher Spitalskandals.

Natalie Rickli
Foto: Walter Bieri

Für sie spricht wiederum die Herkunft: Der mit Abstand grösste Kanton Zürich ist seit einigen Jahren nicht mehr im Bundesrat vertreten. Rickli könnte allerdings das Timing in die Quere kommen. Bereits im April 2027 will sie erneut für den Zürcher Regierungsrat kandidieren. Lässt sich kurz vorher glaubwürdig ein Bundesratsrennen führen – mit dem Risiko einer peinlichen Niederlage? Oder setzt sie alles auf die Karte Bundesrat – mit dem Risiko, am Ende ohne Amt dazustehen?

In der Romandie fällt insbesondere ein Name: jener der Genfer SVP-Vizepräsidentin und Nationalrätin Céline Amaudruz (47).

Céline Amaudruz
Foto: ANTHONY ANEX

Amaudruz sitzt seit 2011 im Nationalrat und gehört damit zu den erfahrensten Köpfen der Partei. Sie ist in der Romandie bekannt, bestens vernetzt und vertritt grundsätzlich einen klaren SVP-Kurs.

Gleichzeitig hat sie sich in gesellschaftspolitischen Fragen eine gewisse Eigenständigkeit bewahrt. Genau das könnte ihr zum Verhängnis werden. In der Vergangenheit verärgerte Amaudruz Parteikollegen mit abweichenden Voten im Parlament, insbesondere in Frauenfragen.

Gegenüber Blick teilt sie mit, sie wolle sich «die nötige Zeit nehmen, in Ruhe darüber nachzudenken und dies mit meiner Familie, meinem Arbeitgeber und meiner Partei zu besprechen».

Auch prominente SVP-Männer aus der Deutschschweiz wurden als mögliche Nachfolger ins Spiel gebracht. Dazu gehört allen voran Fraktionschef Thomas Aeschi (47).

Thomas Aeschi
Foto: KEYSTONE/Peter Schneider

Der Zuger Unternehmensberater zählt zu den einflussreichsten Politikern seiner Partei und verfügt als langjähriger Fraktionschef über ein grosses Netzwerk im Bundeshaus. Bereits 2015 trat er bei der Nachfolge von Widmer-Schlumpf an; gewählt wurde Parmelin.

Ebenso fällt der Name des Zürcher Nationalrats Thomas Matter (60). Der Unternehmer und Ex-Banker sitzt seit 2014 im Nationalrat und gehört zum einflussreichen Zürcher Flügel der SVP. In der Partei hat sich Matter vor allem als Finanzpolitiker profiliert. Für Matter könnte ebenso sprechen, dass Zürich derzeit nicht im Bundesrat vertreten ist. Allerdings stellt sich auch bei ihm die Frage nach der Mehrheitsfähigkeit im Parlament: Sein dezidierter SVP-Kurs dürfte es ihm erschweren, die für eine Wahl nötigen Stimmen ausserhalb der eigenen Fraktion zu gewinnen. Gegenüber Blick will er noch nicht preisgeben, ob er eine Kandidatur in Erwägung zieht.

Zum Westschweizer Kandidatenkarussell gehört der Freiburger Nationalrat Nicolas Kolly (40). Kolly ist Rechtsanwalt und seit 2023 Nationalrat. Zuvor politisierte er während Jahren im Freiburger Kantonsparlament, wo er auch die SVP-Fraktion führte. Der zweisprachige Freiburger gehört zur jüngeren Generation der Partei, national ist er allerdings noch wenig bekannt, und sein bundespolitischer Rucksack fällt noch bescheiden aus.

Nicolas Kolly
Foto: Alessandro della Valle

Auf Anfrage von Blick plädiert Kolly auf etwas Bedenkzeit. Er werde seine Entscheidung später mitteilen – es bleiben ihm ja auch noch ein paar Wochen. «Meiner Meinung nach sollte der Sitz an eine SVP-Kandidatur aus der Romandie gehen», hält der Freiburger jedoch bereits fest.

Noch ein möglicher Romandie-Kandidat: Der Waadtländer Nationalrat Yvan Pahud (46) ist national ebenfalls nur wenig bekannt. Der gelernte Forstwart und Unternehmer ist auch seit 2023 im Nationalrat, zuvor war er Gemeindepräsident von Sainte-Croix VD sowie Waadtländer Grossrat. Politisch profiliert er sich etwa mit Themen aus dem ländlichen Raum.

Yvan Pahud
Foto: ANTHONY ANEX

Für Pahud spricht vor allem seine Herkunft. Mit ihm könnte die SVP nicht nur den Sitz in der Romandie halten, Parmelins Nachfolger käme sogar wieder aus der Waadt. «Das Amt interessiert mich, aber zu diesem Zeitpunkt muss ich zuerst gründlich nachdenken», sagt Pahud zu Blick.

Neben den Meistgenannten schwirren durchaus auch andere Namen aus den Rängen der SVP umher. So etwa der Thurgauer Nationalrat und SVP-Asylchef Pascal Schmid (50). Er kündigte jedoch erst kürzlich seine Kandidatur für den Ständerat an.

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So geht es nun weiter

Wer kandidieren will, hat etwas Bedenkzeit: Bis am 23. Oktober um 12 Uhr müssen die SVP-Kantonalsektionen die möglichen Ambitionen ihrer Mitglieder melden. Danach folgen Anhörungen mit der Findungskommission. Am 20. November soll die Bundeshaus-Fraktion entscheiden, wer nominiert wird. Gewählt wird die Nachfolgerin oder der Nachfolger von Guy Parmelin dann am 9. Dezember.

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