Darum gehts
- SVP-Nationalrat Alois Huber (63) verzichtet überraschend auf eine erneute Kandidatur bei den Wahlen 2027
- Der Aargauer reichte verlangte Unterlagen nicht ein, laut der «Aargauer Zeitung» gibt es Gerüchte über Schulden und Betreibungen
- Huber bestreitet ausstehende Pachtzahlungen, räumt aber finanzielle Schwierigkeiten wegen der Trockenheit ein
Eigentlich wollte SVP-Nationalrat Alois Huber (63) bei den Wahlen 2027 nochmals antreten. Doch nun verzichtet der Aargauer Landwirt überraschend auf eine Kandidatur. Das wurde Anfang Woche bekannt.
Wie nun die «Aargauer Zeitung» und Tele M1 berichten, könnte hinter dem Rückzug auch die Frage nach einem fehlenden Betreibungsregisterauszug stehen. Huber war auf der provisorischen Wahlliste der SVP Aargau vorgesehen. Für eine definitive Kandidatur verlangte die Partei jedoch von allen Köpfen einen Betreibungs- und Strafregisterauszug. Huber reichte die Dokumente trotz Aufforderung nicht ein. Stattdessen erklärte er überraschend seinen Verzicht.
Unruhe um Kandidatur
Gegenüber Tele M1 sagte Mario Gratwohl (56), Präsident der Findungskommission der Aargauer SVP: «Alois Huber hat mit Ende der Frist die Unterlagen nicht eingereicht.» Danach habe er den Verzicht auf seine Kandidatur vorgelegt.
Laut der «Aargauer Zeitung» ist aus mehreren Parteiquellen von erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, Schulden und möglichen Betreibungen zu hören. Belegt sind diese Vorwürfe nicht. Huber bestreitet insbesondere Gerüchte über ausstehende Pachtzahlungen. «Ich zahle den Pachtzins sogar für drei Monate im Voraus», sagte er der Zeitung. Zu möglichen Betreibungen wollte er sich nicht äussern.
Seinen Rückzug begründet Huber auch mit den Wahlkampfkosten: Er wolle nicht 40'000 bis 50'000 Franken investieren, wenn seine Wiederwahl unsicher sei. Sein Nationalratsmandat will er bis 2027 behalten.
Trockener Sommer setzte Bauernbetrieb zu
Bereits im Sommer hatte der Bauer gegenüber Blick von massiven finanziellen Einbussen wegen der extremen Trockenheit berichtet. Auf seinem Betrieb erwartete er bei den Kartoffeln nur ein Viertel der Vorjahresernte und rechnete insgesamt mit Verlusten von rund 40'000 Franken.
«Das heisst, wir haben das ganze Jahr für nichts gearbeitet», sagte Huber damals zu Blick. Dank Reserven werde er über die Runden kommen. Und heute? Noch immer sei seine finanzielle Lage wegen der Trockenheit und des teuren Futterzukaufs schwierig, räumt Huber ein.