Die Politik greift ein
In Zug erhalten Feuerwehrleute jetzt Vorrang bei Wohnungen

Wenn es brennt, zählt jede Minute. Doch in Zug wohnen immer mehr Feuerwehrleute ausserhalb der Stadt – auch wegen der hohen Wohnungspreise. Das kann im Ernstfall zum Problem werden: Die Anfahrtswege werden länger, die Einsatzbereitschaft leidet. Die Stadt handelt nun.
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Die teuren Wohnungspreise in Zug zwingen Feuerwehrleute teilweise zum Wegzug.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • 40 Prozent der Zuger Feuerwehrleute wohnen ausserhalb der Stadt, die Einsatzbereitschaft leidet
  • Neue Massnahme: Feuerwehrleute erhalten Vorrang bei städtischen Wohnungen in Zug
  • Wohnraum in Zug gemäss Stadt für junge Leute kaum zahlbar
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Janic UrechRedaktor Politik

Im Steuerparadies Zug zu wohnen, hat seinen Preis. Nirgendwo sonst sind die Mieten so hoch. Das wollen und können sich nicht alle leisten. 40 Prozent der Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Zug leben bereits ausserhalb – und es werden immer mehr. Die dadurch bedingten längeren Anfahrtswege schwächen die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.

Das beschäftigt die lokale Politik, und sie will jetzt handeln: Künftig sollen Feuerwehrleute bei Wohnungen im Stadtgebiet Vorteile erhalten. In der Praxis werden stadteigene Wohnungen nun zuerst Feuerwehrleuten angeboten, bevor sie öffentlich ausgeschrieben werden. Zudem werden die Feuerwehrleute bei der Vergabe von preisgünstigen Wohnungen auch stärker berücksichtigt.

Zug kommt damit einem SVP-Vorstoss nach, wie aus Unterlagen des Stadtrats hervorgeht. Darüber berichtete auch «Zentralplus». Die Stadt sieht die hohen Wohnungspreise als Teil des Problems. Gerade junge Menschen und Familien könnten es sich oft nicht leisten, in Zug zu wohnen.

Es gilt «Zug first»

«Zug first» steht über dem entsprechenden Vorstoss der SVP im Grossen Gemeinderat. Die Partei forderte darin konkret, Feuerwehrleute bei der Vergabe zahlbarer Wohnungen in der Stadt zu bevorzugen.

Der Hintergrund: Ein Grossteil des Einsatzgebiets der Freiwilligen Feuerwehr liegt in Zonen mit mittlerem bis hohem Risiko. Dort muss die Feuerwehr gemäss den Vorgaben innerhalb von zehn Minuten vor Ort sein.

Damit das gelingt, müssen genügend Milizfeuerwehrleute rechtzeitig einsatzbereit sein. Doch genau das werde zunehmend schwieriger, hält die Stadt in einem Bericht fest. Ein Grund liegt bei den Arbeitgebern: «Gerade für kleinere Einsätze stellen viele Arbeitgebende ihre Mitarbeitenden weniger frei», heisst es. Hinzu kommt die angespannte Wohnsituation. Deshalb seien «während der Abend- und Nachtstunden sowie an den Wochenenden vermehrt weniger Feuerwehrleute in der geforderten Zeit einsatzbereit».

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Keine Chance für Junge auf dem Wohnungsmarkt

Tagsüber hat die Stadt das Problem inzwischen entschärft: Fest angestellte Feuerwehrleute übernehmen Erst- und kleinere Einsätze. Nachts und an den Wochenenden bleibt die Lage jedoch schwierig. Man ist auf die Milizler angewiesen.

Damit auch nach Feierabend genügend Feuerwehrleute schnell vor Ort sein können, hat die Stadt eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Vertreter der Feuerwehr und der Stadt suchen gemeinsam nach Lösungen. Die nun bekannt gewordenen Massnahmen sind bereits Teil davon.

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