Darum gehts
- Fünf niederländische Senioren starben bei Busunfall in der Schweiz
- Opfer: vier Frauen, ein Mann, alle über 70 Jahre alt
- Reisegruppe umfasste 48 Personen, vier blieben in Österreich
Sie sind alle über 70 Jahre alt: Die Botschafterin der Niederlande in der Schweiz, Karin Mössenlechner, hat die Identitäten der in der Schweiz getöteten Buspassagiere bekannt gegeben. Das berichtet RTL Nieuws. Auch das niederländische Aussenministerium soll Informationen dazu veröffentlicht haben. Die Information deckt sich mit Blick-Recherchen.
Die Opfer kommen aus unterschiedlichen niederländischen Regionen. Es sind vier Frauen und ein Mann, eine 79-jährige Frau aus Rotterdam, eine 80-jährige Frau aus Maastricht, eine 71-jährige Frau aus Haarlem und eine 75-jährige Frau aus der Provinz Nordbrabant. Laut niederländischen Medienberichten kommt die letztgenannte Person aus der Gemeinde Uden.
«Schrecklicher Verlust»
Unter den Todesopfern ist auch der 75-jährige Siebrand aus der niederländischen Provinz Groningen, wie RTL Nieuws berichtet. In seiner Heimat löst sein Tod grosse Trauer aus. Siebrand, der Name ist vor allem in den Niederlanden gängig, engagierte sich seit den Anfängen für das internationale Folk- und Seemannsliederfestival Bie Daip in Appingedam. Die Veranstalter bezeichnen ihn auf Facebook als «Fels in der Brandung und Stütze am Kaffeestand».
Nach dem Jubiläumswochenende des Festivals war er gemeinsam mit drei weiteren Personen in die Ferien nach Österreich gereist. Die drei Mitreisenden überlebten das Car-Unglück und liegen laut Festival mit Knochenbrüchen im Spital.
Besonders geschätzt wurde Siebrand für seine offene Art. «Er unterhielt sich mit allen, jeder in seiner eigenen Sprache, und daraus entstand ein wunderbares Gespräch», schreibt das Festival. Die Trauer ist gross: «Es ist unfassbar, so unwirklich. Wir vermissen ihn jetzt schon.» Auch zahlreiche Weggefährten nehmen Abschied. Eine Frau beschreibt ihn als jemanden, der immer Zeit für andere hatte: «So ein lieber Mann, der immer mit jedem ein Schwätzchen hielt. Was für ein schrecklicher Verlust.»
Vier Verletzte befinden sich auf dem Heimweg
Botschafterin Mössenlechner und ihr Team besuchen am Samstag weiterhin Verletzte in verschiedenen Spitälern. Am Freitag hatten sie mit Angehörigen der Verstorbenen gesprochen. Auch Blick ist vor Ort. Vor dem Spital Oberengadin in Samedan steht ein niederländisches Paar. Sie haben gerade einen Bekannten besucht. «Es geht ihm gar nicht gut», sagen sie zu Blick.
«Er war im Unglückscar und ist mit dem Leben davongekommen.» Doch sein Bruder sei gestorben, und seine Frau liege 200 Kilometer entfernt in einem Spital. Er und auch die anderen, älteren Passagiere hätten es im Moment «sehr schwierig», erzählt das Paar weiter. Sie seien alle in Spitälern verteilt, hätten teils kein Handy und würden nur sehr schwer miteinander kommunizieren können. «Wir hoffen, dass sich die Situation für alle Betroffenen bald verbessert. Es ist so traurig.»
Die Reisegruppe bestand aus 48 Personen und dem Chauffeur. Vier Personen waren aus dem österreichischen Nauders nicht mit in die Schweiz gereist. Sie befinden sich nun auf dem Heimweg, ebenso wie vier weitere Mitglieder der Reisegruppe, die leichte Verletzungen erlitten und das Spital bereits wieder verlassen konnten.