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Blick-Reporter vor Ort:«Die Besitzer weisen die Vorwürfe zurück»

Halterin hielt sich nicht an Verbot
13 Pferde und 40 Hunde verwahrlosten auf Aargauer Hof

Auf einem Hof im Fricktal haben die Behörden Anfang Oktober 13 Pferde sowie 40 Hunde beschlagnahmt. Die Besitzerin Daniela Z. soll ein umfassendes Halteverbot ignoriert haben. Die Zustände sind schockierend.
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Hof-Betreiberin Daniela Z.* ist ihre Tiere los.
Foto: Tele M1

Tiere mit unbehandelten Verletzungen, Boxen ohne Einstreu, Licht oder Trinkwasser – Aufnahmen von einem Hof im aargauischen Fricktal offenbaren schockierende Verhältnisse, in denen über 50 Tiere gehalten wurden. Insgesamt 13 Pferde der Rasse Appaloosa sowie 40 Hunde der Rassen Australian Shepherd und Border Collie hat der Veterinärdienst des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) am 7. Oktober beschlagnahmt. Rund eine Woche später – am Dienstag – informierte die Behörde die Öffentlichkeit.

Blick hat sich vor Ort einen Eindruck gemacht. Der Hof liegt ein wenig abgelegen im Fricktal. Viel ist in der Umgebung nicht los, auch Autos fahren nur wenige durch. Von der Strasse her ist der Hof kaum zu sehen. Eine eingezäunte Wiese steht nun verlassen da – bis vor rund einer Woche galoppierten hier wohl noch die Pferde. Auf dem Hof selbst ist es sehr still, abgesehen vom Gebelle der wenigen Hunde, die noch anwesend sind. Von aussen wirkt der Hof nicht heruntergekommen. Blick hat mit der Halterin Daniela Z.* das Gespräch gesucht. Aktuell wollte sie sich nicht zu den Vorwürfen und Geschehnissen äussern.

Gegenüber Tele M1 erklärte die Halterin am Dienstag jedoch: «Es gibt keinen Grund, die Hunde hier aus dem Haus rauszuholen. Im Gegenteil – die haben den Tieren jetzt einen seelischen Schaden hinzugefügt. Uns haben sie auch einen seelischen Schaden zugefügt.»

Zahlreiche Verstösse festgestellt

Wie es in der Mitteilung des DGS heisst, soll Daniela Z. wiederholt gegen das Tierschutzgesetz verstossen haben. So erliess der Veterinärdienst bereits Ende Februar 2026 ein Tierhalteverbot gegen die Halterin. Dazu heisst es: «Dieses umfasst ein Verbot von Haltung, Betreuung und Zucht von Tieren in der ganzen Schweiz.»

Blick-Reporter Devin Schürch besuchte am Dienstag den Aargauer Quäl-Hof.
Foto: Devin Schürch

Die konkreten Vorwürfe der Behörde: mangelhafte Haltung auf morastigen Auslaufböden, vernachlässigte Pflege, ungenügend eingestreute Liegeflächen und zu dunkle oder zu kleine Boxen sowie ungenügendes Futter.

Daniela Z. sollte die Tiere abgeben. Ihr wurde eine Frist bis am 15. Juli 2026 gesetzt. Nur: Diese hielt sie nicht ein, die Halterin soll sich «unkooperativ» verhalten haben – heisst es in der Mitteilung weiter. Der Veterinärdienst griff daher ein und beschlagnahmte am 7. Oktober insgesamt 53 Tiere.

Beim aktuellen Einsatz wurden erneut Verstösse gegen die Tierschutzgesetzgebung festgestellt, so das DGS. So etwa: fehlende Einstreu und Liegematerial, fehlendes Trinkwasser für Hunde, mangelhafte Sozialisierung der Hunde und Mängel in der Pflege der Pferde.

Gemäss dem DGS wird der Veterinärdienst Strafanzeige erstatten. Aufgrund der unklaren Verhältnisse vor Ort begleitete die Kantonspolizei – insbesondere die Gruppe Umwelt und Tierdelikt – sowie die Regionalpolizei den Einsatz.

Tiere werden vermittelt

Die beschlagnahmten Tiere wurden in anderen Einrichtungen untergebracht und werden tierärztlich versorgt. Tragisch: Eines der Pferde musste eingeschläfert werden. Eine unabhängige Tierärztin kam zum Schluss, dass der Gesundheitszustand aufgrund alter Verletzungen schlecht sei. Zu diesem Pferd äusserte sich Halterin Daniela Z. ebenfalls gegenüber Tele M1: «Weil er jetzt vielleicht nicht so super gelaufen ist – wobei er schon immer O-Beine hatte – ist das kein Grund, das Tier einzuschläfern. Wenn das stimmen sollte, dann ist echt was los!»

Die Behörden bestätigen gegenüber dem Sender, dass der Halterin wenige Tiere zurückgelassen wurden.

Die anderen Tiere werden zu gegebener Zeit durch den Veterinärdienst weitervermittelt. Auf der Website www.ag.ch/tiervermittlung finden Interessierte weitere Informationen sowie ein Formular zur Interessensbekundung.

*Name geändert

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