Darum gehts
- Seepegel im Lötschental sinkt weiter
- Kanton Wallis könnte für Aufbauhilfe Schuldenbremse umgehen
- Vermisster Schafhalter noch nicht wieder aufgetaucht
Am Samstagnachmittag informierten die Behörden in Ferden VS erneut über die Lage im Lötschental. Nach dem Gletscherabbruch und der Bildung eines Sees beim komplett überfluteten Dorf Blatten sei die unmittelbare Gefahr etwas zurückgegangen, jedoch nicht gebannt.
Gemeindepräsident Matthias Bellwald kündigte an, dass bei der nächsten Bürgerversammlung eine Roadmap für den Wiederaufbau vorgestellt werde. «Was wir nicht brauchen können zurzeit, ist Pessimismus und Amtsschimmel», machte er deutlich.
Bellwald bestätigte, dass viele Betroffene einen «Totalschaden» erlitten hätten und langfristige Lösungen für Familien und Lebensgemeinschaften noch ausstehen. Positiv sei jedoch: «Die Lonza scheint ihren Weg gefunden zu haben.» Ein Helikopter soll nun Bäume aus dem See entfernen, um den Abfluss nicht zu gefährden.
Kanton will Schuldenbremse umgehen
Naturgefahrenexperte Raphael Mayoraz erklärte, der Seepegel sei um einen Meter gesunken. Im unwahrscheinlichen Fall, dass sich grosse Wassermassen oder Murgänge doch noch einen weiteren Weg bahnen, kündigte er an: «In Gampel sind alle Leute bereit.» Eine Evakuierung dort sei sehr unwahrscheinlich, aber man bereite sich vor. Für die Region gelte: «Die Situation ist ein bisschen besser als gestern.»
Staatsrätin Franziska Biner unterstrich, dass das «Katastrophengebiet noch nicht betreten werden darf». Sie bestätigte, dass der Kanton über eine Umgehung der Schuldenbremse nachdenke, um Blatten finanziell zu helfen.
Schafhalter weiterhin vermisst
Die Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Lage zu stabilisieren. Eine Webcam überwacht den Schuttkegel, und bei Überfüllung der Schleuse sei ein Alarm- und Evakuierungssystem einsatzbereit.
Zur vermissten Person erklärte Bellwald: «Es laufen alle Anstrengungen, diese Person zu finden.» Es handelt sich um einen Schafhalter, der sich um seine Tiere kümmern wollte und vom Gletscherabbruch überrascht wurde.
Zum Abschluss betonte Biner: «Die Gefahr im Katastrophengebiet ist noch nicht gebannt.» Denn für Montag ist Regen angekündigt.
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