Wahlpleite auf Teneriffa
Ohrfeige für Zahner und das Schweizer Hockey

Peter Zahner hat bei den IIHF-Wahlen eine Schlappe erlitten. Das Rennen um einen Platz im Council machten unter anderem Kandidaten aus Bulgarien und Neuseeland. Neuer Präsident ist ein Deutscher.
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Peter Zahner, der CEO der ZSC Lions, wurde nicht in den IIHF Council gewählt.
Foto: @Michael Schmid
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Der Verwaltungsrat des Schweizer Eishockey-Verbands hatte sich im Frühling 2025 entschieden, nicht das bisherige Mitglied Raeto Raffainer (44), sondern mit Peter Zahner (65) einen der ihren als Kandidat für einen Platz im IIHF-Council zu nominieren. Ein Entscheid, der sich nicht ausgezahlt hat. Trotz intensivem Lobbying wurde der CEO der ZSC Lions bei den Wahlen in Teneriffa nicht gewählt.

War es ein Fehler, dass man nicht Raffainer aufgestellt hat? «Das ist hypothetisch», entgegnet Zahner. «Doch man muss schauen, welche Bisherigen gewählt wurden. Es waren praktisch alles Verbandspräsidenten oder Vorstandsmitglieder. Auch bei den meisten Neuen. Mir wurde im Wahlkampf mehrmals gesagt, dass es ein Nachteil für mich sein könnte, dass ich nicht Präsident bin. Und Raeto war nicht im Verwaltungsrat und hatte damit auch in der Schweiz die Unterstützung nicht.»

Die Schweiz ist nicht mehr in der Regierung des Welt-Eishockeys vertreten, was eine Ohrfeige darstellt. Auch für Zahner ist es eine herbe Niederlage. Damit hat er in seiner langen Karriere als Eishockey-Funktionär umzugehen gelernt. Es wird kaum die letzte sein, auch wenn die Lions derzeit unbesiegbar scheinen und alle sieben Spiele seit dem Saisonstart gewonnen haben.

Zunächst setzte sich nur der finnische Verbandspräsident Heikki Hietanen (67) durch. Danach schafften es der Kirgise Aivaz Omorkanov (30) und der Lette Viesturs Koziols (63). Und in der letzten Runde der Schwede Anders Larsson (49), die Polin Marta Zawadzka (44), sowie drei Neulinge: der Belorusse Sergej Gontscharow (43), der Bulgare Stoian Batchvarov (59) und der Neuseeländer Andy Mills (57).

Weil auf Zahner, den Franzosen Pierre-Yves Gerbeau sowie den Russen Dmitri Kurbatow genau gleich viele Stimmen fielen, schieden sie gleichzeitig als Letztplatzierte aus und die übrigen fünf Kandidaten waren gewählt.

Wie die Schweiz und Russland schaut auch das Hockey-Mutterland in die Röhre: Die kanadische Kandidatin und Verbandspräsidentin Katherine Henderson (62) blieb ebenfalls auf der Strecke.

«Die kleinen Nationen haben die grossen verdrängt»

«Ich will nichts beschönigen. Wenn man zu einer Wahl antritt und nicht gewählt wird, ist man logischerweise enttäuscht. Sonst würde etwas nicht stimmen. Heute bin ich enttäuscht und morgen geht es weiter», sagt Zahner zur Schlappe. «Wenn man sieht, dass bedeutende Eishockey-Nationen wie Kanada, Russland, Frankreich, Italien oder Dänemark nicht mehr vertreten sind und neu die Türkei, Bulgarien, Neuseeland, Belarus oder Südkorea dabei sind, muss man sagen: Die kleinen Hockey-Nationen haben die grossen verdrängt. Das ist einfach die Politik.»

Wie schlimm ist es aus Zahners Sicht, dass die Schweiz, nicht mehr im Council vertreten ist? «Die politische Vertretung in diesem Gremium fehlt. Das ist natürlich schlecht, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Doch die Schweiz, Kanada, Russland, oder andere, die nicht mehr im Council vertreten sind, werden dadurch keinen Nachteil haben. Vor allem nicht im Sport.»

Reindl Nachfolger von Tardif

Zum neuen Präsidenten wurde Franz Reindl (71) gewählt. Der Deutsche setzte sich im zweiten Wahlgang gegen Peter Briza (61) durch. Der ehemalige deutsche Nationalstürmer ist der Nachfolger des Franzosen Luc Tardif (73), der nach fünf Jahren im Amt zurückgetreten war. Briza wurde derweil als Vize-Präsident wiedergewählt.

Als regionale Vize-Präsidenten wurden Mike Trimboli (60, USA), Susie Jo (32, Skor) und Igor Nemecek (65, Slk) gewählt. Ausserdem holten Zsuzsanna Kolbenheyer (49, Ung, bisher) und Merve Tunali (40, Tür) vorzeitig die Plätze, um die neue Quote von drei Frauen (bisher zwei) im Council zu erfüllen.

«Jetzt hat man mit Reindl und Briza zwei an der Spitze, die sich im Wahlkampf hart bekämpft haben und nun zusammen arbeiten müssen. Dazu ein Council mit vielen unerfahrenen Leuten. Da ging unglaublich viel Know-how verloren», gibt sich Zahner besorgt.

National League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
ZSC Lions
ZSC Lions
10
18
27
2
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
11
4
21
3
SCL Tigers
SCL Tigers
11
7
19
4
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
11
9
18
5
HC Ajoie
HC Ajoie
11
-3
16
6
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
10
-6
15
7
HC Lugano
HC Lugano
10
3
15
8
Lausanne HC
Lausanne HC
11
-4
15
9
SC Bern
SC Bern
9
1
14
10
EV Zug
EV Zug
7
10
13
11
HC Davos
HC Davos
11
-4
13
12
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
11
-14
11
13
EHC Biel
EHC Biel
10
-4
10
14
EHC Kloten
EHC Kloten
11
-17
9
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