Das Rennen
Trotz Podestplatz ist Lando Norris einer der grossen Verlierer beim ersten Formel-1-Rennen auf dem Madring. Die virtuelle Safety-Car-Phase (VSC), ausgelöst durch Lance Stroll, hätte für ihn nicht zu einem ungünstigeren Zeitpunkt beginnen und dann auch wieder enden können.
Während Norris an der Boxengasse vorbeifährt, erwischen hinter ihm seine ersten Verfolger Kimi Antonelli und Max Verstappen gerade noch rechtzeitig die Ausfahrt für ihren einzigen Gummiwechsel. Als der McLaren-Brite eine Runde später (am Ende der 15.) dann bei seiner Crew auftaucht, läuft erstens der Stopp nicht wie geschmiert und zweitens ist just zu diesem Zeitpunkt Schluss mit dem VSC. Von Position eins zurück auf die Fünf – wie bitter muss das sein.
Der amtierende Weltmeister beendet den Grossen Preis von Spanien letztlich als Dritter. Aus der dritten Pole-Position 2026 wird damit kein dritter Sieg wie noch zuvor in Budapest und Zandvoort. Über seinen achten GP-Triumph des Jahres jubelt derweil der italienische Mercedes-Youngster Antonelli, der dem WM-Titel immer näher kommt (81 Punkte Vorsprung vor George Russell). Verstappen im Red Bull verteidigt bis zum Schluss dank sieben Zehnteln Vorsprung gegenüber Norris Rang zwei.
Bei Charles Leclerc hofft Ferrari bis zum Schluss auf eine erneute Einbremsung des Feldes durch das Safety-Car und somit gefühlt auf ein Wunder, was allerdings nicht eintrifft. Am Ende der 48. von total 57 Runden vollzieht der Monegasse nach vielen Führungskilometern dann auch seinen obligatorischen Boxenstopp. Mehr als Rang vier ist daraufhin nicht mehr möglich.
Audi
10. Nico Hülkenberg
13. Gabriel Bortoleto
Obwohl Gabriel Bortoleto im Rennen zwischenzeitlich bis auf Rang acht vorstösst, ist es am Ende Nico Hülkenberg, der für Audi punktet. Weil Pierre Gasly im Alpine ganz zum Schluss seinen Boxenstopp absolviert und zurückfällt, wird der Deutsche Zehnter. Auch Bortoleto gehört zu den Piloten, die erst zum Ende die Reifen wechseln. In der Konstrukteurs-Wertung liegt Audi (17 Punkte) nur noch vier Zähler hinter dem siebtklassierten Haas-Rennstall (11. Esteban Ocon, 16. Oliver Bearman).
Das gab zu reden I
Den Trip in die spanische Hauptstadt hätte sich Lewis Hamilton getrost sparen können. Beim Ferrari des Briten versagen früh die Bremsen, weswegen der 41-Jährige nach sechs Runden aufgeben muss. Bereits am Samstag lief es Hamilton nicht nach Wunsch: Im dritten Training knallte er in die Mauer und sorgte anschliessend für einen 26-minütigen Unterbruch.
Das gab zu reden II
Maximal angefressen ist Max Verstappen, als er von seinem eigenen Team in der Startphase aufgefordert wird, sich hinter Lewis Hamilton zurückfallen zu lassen. «Was quatscht ihr da? Wenn ich auf der Strecke bleibe, scheide ich aus», ärgert sich der Holländer am Funk. Zum Verständnis: In der zweiten Kurve direkt nach dem Start verlässt Verstappen den vorgegebenen Kurs, um einer Kollision mit Hamilton auszuweichen und zieht am Ferrari-Star vorbei. Ein gezielter Vorteil oder ein notgedrungenes Manöver? Red Bull will kein Risiko eingehen und mit seinem Befehl einer möglichen Strafe durch die Rennleitung zuvorkommen. Besonders bitter für Verstappen, der zähneknirschend gehorcht: Er fällt vom zweiten bis auf den vierten Platz zurück, weil sich zu diesem Zeitpunkt zwischen ihm und Hamilton auch noch Mercedes-Pilot Kimi Antonelli befindet.
Die Stimmen
Kimi Antonelli (1.): «Ein schwieriges Rennen. Das Wichtigste war das Reifenmanagement. Norris hätte wohl gewinnen können, wenn er früher reingekommen wäre. WM-Titel? Daran will ich nicht denken.»
Max Verstappen (2./von den Fans zum Fahrer des Rennens gewählt): «Ein grossartiges Resultat. Norris hatte Pech. Das war ein gutes Duell am Ende um den zweiten Platz. Wie ich ihn hinter mir liess? Ich habe einfach den Red Bull in der Mitte der Strecke gehalten.»
Lando Norris (3.): «Das Glück war nicht auf unserer Seite. Wir hätten den Sieg verdient. Es ist hart, dass ich nicht gewinnen konnte.»
So gehts weiter
In zwei Wochen macht die Formel 1 in Aserbaidschan Halt. Auf dem Baku City Circuit findet am 26. September der 15. Grand Prix des Jahres statt.