Geschichte wird sich kaum wiederholen
FCSG blamierte sich einst gegen Moldauer bis auf die Knochen

Vor zwei Jahrzehnten kehrte der FCSG mit einem Auswärtssieg aus Moldau zurück und guckte daheim im Espenmoos heftig in die Röhre. Ex-Coach Rolf Fringer erinnert sich – und glaubt nicht, dass sich die Geschichte am Donnerstag wiederholen wird.
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Der FCSG blamierte sich vor 19 Jahren gegen Chisinau (Moldawien).
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Rolf Fringer erinnert an 2007, als der FCSG gegen Chisinau ausschied
  • Er spricht von naiven Fehlern und dem frühen Vorverkauf für HSV-Tickets
  • 2007: Der FCSG scheitert im UI-Cup und steigt später in die Challenge League ab
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Stefan KreisReporter Fussball

Rolf Fringer (69) war und ist immer für einen guten Spruch zu haben. Nachdem er 1995 beim VfB Stuttgart als Trainer angeheuert hatte, wurde er an der ersten Pressekonferenz gefragt, was ihn auf die Palme bringe. Fringers Antwort: «Kokosnüsse.»

Angesprochen auf das, was am 14. Juli 2007 im Spiel gegen Dacia Chisinau geschehen ist, antwortet Fringer ebenfalls mit seinem für ihn typischen Schalk in den Augen: «Ich kann mich nicht erinnern.» Weil er die Niederlage im UI-Cup gegen die No-Name-Truppe aus Moldau am liebsten verdrängen würde. Nach dem 1:0-Auswärtssieg im Hinspiel rechnete jede und jeder mit einem diskussionslosen Weiterkommen, und die ganze Ostschweiz freute sich bereits auf das bevorstehende Duell gegen den grossen HSV. Doch es kam anders: Der FCSG verlor im Penaltyschiessen – und sorgte für eine der grössten Blamagen der Vereinsgeschichte.

19 Jahre später spielt der FCSG erneut gegen eine Mannschaft aus Moldau. Und erneut geht man mit einem Auswärtssieg im Gepäck ins Rückspiel. Angst, dass sich die Geschichte wiederholt, hat Fringer aber nicht: «Auch wenn jedes Spiel zuerst gespielt werden muss, wird das dem FCSG nicht passieren. Dafür ist der Verein zu professionell aufgestellt.»

«Das Fell des Bären zu früh verkauft»

Anders als damals im Juli 2007, als die Verantwortlichen um den damaligen Präsidenten Dieter Fröhlich nach dem Sieg im Hinspiel bereits Vorbereitungen auf den Knüller gegen den HSV getroffen hatten. «Man konnte bereits Tickets für dieses Spiel bestellen, alle sprachen bloss von Hamburg. Obwohl ich damals noch gewarnt habe, dass das Fell des Bären erst verkauft werden darf, wenn der Bär erlegt wurde», erinnert sich Fringer. «Das war naiv, und aus diesem Grund haben wir zu Recht ein paar auf die Ohren bekommen.»

Weil mit Tachie-Mensah und Aguirre die beiden treffsichersten Spieler verletzt ausfielen und der FCSG die Kiste weder gegen Chisinau noch in den kommenden Spielen traf, wurde Fringer entlassen. Unter Interimstrainer René Weiler tauchte man zu Hause im Espenmoos in der zweiten Cuprunde gegen Gossau (0:2). Fringers Nachfolger Krassimir Balakov startete mit einer 2:7-Heimpleite gegen YB in sein grün-weisses Abenteuer. Am Ende stiegen die St. Galler in der Barrage gegen Bellinzona ab. Es war das letzte Spiel im Espenmoos.

Zwei Jahrzehnte später ist man vom Gang in die Challenge League in etwa gleich weit entfernt wie von einer Blamage gegen eine Mannschaft aus Moldau.

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