Nati-Heimspiel für Iman Beney
«Ich bin immer entspannt»

Die Qualifikation für die 2. Playoff-Runde ist für die Nati am Dienstag in Sitten gegen Israel nach dem 7:3-Sieg im Hinspiel nur noch Formsache. Für Iman Beney ist es trotzdem ein besonderes Spiel – aus mehreren Gründen.
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Gegen Israel traf Beney am Freitag mit der Wut im Bauch zum 2:2.
Foto: AP Photo/Denes Erdos
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Wenn die Nati in Sitten spielt, ist dies für Iman Beney (20) noch immer etwas ganz Besonderes. Denn die Walliserin ist in Savièse, nur zehn Autominuten vom Tourbillon, aufgewachsen. Und schliesslich hat auch ihr Vater, Nicolas Beney, einst beim FC Sion im Tor gestanden. Auch am Dienstag werden Beneys Familie und viele Freunde vor Ort sein. «Die Aufgeregteste ist wohl jeweils meine Mutter», sagt Beney mit einem Lachen.

Beneys Mutter stammt aus Brasilien, genauer gesagt aus Belo Horizonte, einer Millionenstadt aus dem Bundesstaat Minas Gerais, wo die männliche Seleção 2014 im WM-Halbfinal gegen Deutschland ihr Waterloo erlebte und 1:7 unterging. Wenn immer möglich, versucht Beney, ihre Verwandten dort zu besuchen, so auch im vergangenen Sommer. «Die Stadt gefällt mir. Das ganze Land gefällt mir. Aber manchmal ist es nicht einfach, drei Wochen am Stück Ferien zu haben.»

Brasilien als grosses Ziel

Im nächsten Sommer will Beney wieder nach Brasilien reisen – aber diesmal aus sportlichen Gründen. «Die WM ist unser grosses Ziel», sagt Beney. Dass 2023 ihr persönlicher Traum von der ersten WM-Teilnahme kurz vor der Abreise wegen eines Kreuzbandrisses platzte, treibt sie zusätzlich an. Läuft alles nach Plan, macht die Nati dank des 7:3-Vorsprungs aus dem Hinspiel am Dienstag gegen Israel den nächsten Schritt in Richtung WM. In der 2. Runde Anfang Dezember dürfte wohl Österreich warten. Die Verwandten hätten sich für die WM-Spiele bereits angekündigt, so Beney. «Aber ich sagte ihnen: ‹Tranquilo.›»

So schnell bringt Beney nichts aus der Ruhe. Auch die Ereignisse rund um ihren Klub Manchester City, dem bei den Männern nach dem Schuldspruch durch die FA aufgrund zahlreicher Finanzverstösse drastische Strafen drohen, lässt Beney kalt. Sie als Spielerinnen hätten darauf ja eh keinen Einfluss. Und über mögliche Folgen könnten auch sie nur spekulieren. Mit fünf Siegen aus fünf Spielen haben die Titelverteidigerinnen zumindest sportlich einen perfekten Saisonstart hingelegt.

Harter Kampf um Spielzeit bei ManCity

Auf dem Platz kann Beney – zumindest innerlich – schon einmal aus der Haut fahren. So auch am Freitag im Hinspiel gegen Israel, als sie mit einem Foul den Freistoss, der zum zweiten israelischen Tor führte, verschuldete. Den Frust wandelte sie in Energie um – und traf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einem sehenswerten Weitschuss zum 2:2. «Mir haben viele Leute gesagt, ich solle öfter in den Abschluss gehen. Das habe ich getan», so ihre Erklärung.

Wie bereits in den letzten Wochen bei ManCity musste Beney auch in der Nati gegen Israel in der ersten Halbzeit rechts hinten ran. «Der Einfluss ist gross auf dieser Position, man hat viel den Ball, muss viel rennen, aber halt auch verteidigen.» Sie möge diese Position. «Aber am liebsten spiele ich schon vorne.»

Doch gerade bei ManCity ist es kein Wunschkonzert. Auch wenn die Verantwortlichen laut Beney mit ihr «sehr zufrieden sind», muss sie um ihre Spielminuten kämpfen. Ganz anders in der Nati, da ist sie gesetzt: «Sie gehört zu unseren besten Spielerinnen», sagte Trainer Rafel Navarro schon vor dem Hinspiel. Gut möglich, dass Beney am Dienstag in ihrer Walliser Heimat wieder einmal ganz vorne beginnen darf.

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