Verstoss gegen Fifa-Statuten?
«Times»-Bericht enthüllt mutmassliche Zusatzzahlung an Infantino

Ein zweites Salär in Millionenhöhe, aber nur eines öffentlich ausgewiesen? Ein brisanter Bericht der «Times» bringt Fifa-Präsident Gianni Infantino unter Druck.
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Die neuesten «Times»-Enthüllungen dürften Gianni Infantino nicht gefallen.
Foto: Imago
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Yannick PengRedaktor Sport-Desk

«Die jeweiligen Vergütungen des Fifa-Präsidenten, der Mitglieder des Rates und des Fifa-Generalsekretärs werden veröffentlicht.» Dieser Satz steht niedergeschrieben in den Statuten des Weltfussballverbandes als Artikel 43 Absatz 13. Warum diese Rechtsgrundlage jetzt gerade mehr denn je relevant ist? Ein Bericht der britischen «Times» enthält Hochbrisantes, das Gianni Infantino vermutlich nicht gefallen dürfte: Der Fifa-Präsident soll zwei Saläre bezogen haben, aber nur eines davon soll vom Weltfussballverband publik gemacht worden sein.

Einerseits entlöhnte die Fifa, die ihren Sitz in der Schweiz hat, Infantino mit einem Millionensalär – so weit, so gut. Und dann gibt es noch eine in den USA registrierte, von der Fifa gegründete WM-Organisationsgesellschaft namens FWC2026, die den Walliser offenbar ebenfalls bezahlte – ohne dass die Öffentlichkeit davon bewusst in Kenntnis gesetzt wurde. Im Jahr 2024 ist von 1,76 Millionen US-Dollar (umgerechnet 1,47 Millionen Schweizer Franken) die Rede, dies geht aus einer einsehbaren Steuererklärung hervor. Vergangenes und dieses Jahr sollen gemäss dem Bericht «ähnliche Beträge» oder «möglicherweise noch mehr» geflossen sein.

Laut den Quellen der «Times» soll Infantino Teile seines nicht offengelegten Salärs benutzt haben, um seinen luxuriösen Lebensstil in Miami im Vorfeld der in Nordamerika ausgetragenen Weltmeisterschaft zu finanzieren. Erst nutzte der 56-Jährige offenbar eine Luxusimmobilie des ehemaligen Google-Chefs Eric Schmidt auf den Sunset Islands zur Miete, Ende 2025 soll dann der Erwerb einer Wohnung in einem anderen Viertel und dementsprechend der Umzug erfolgt sein. «Er hat es sichtlich genossen, sich unter die Reichen und Mächtigen von Miami zu mischen», zitiert die «Times» Personen, die eng mit dem Fifa-Präsidenten zusammengearbeitet haben.

In einer Stellungnahme gegenüber der «Times» bestreitet der Weltfussballverband die Vorwürfe eines zweiten Salärs: «Die Fifa weist jegliche Behauptungen, sie habe finanzielle Informationen nicht offengelegt und gegen die Fifa-Statuten verstossen, entschieden zurück.» Was jedoch nicht von der Hand zu weisen ist: Der Wirbel rund um Gianni Infantino, den er durch seine WM-Verkaufspläne selbst ausgelöst hat, wird nicht kleiner. Am Donnerstag tagt der Fifa-Rat in Zürich.

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