Darum gehts
- Cristiano Ronaldo und Jorge Jesus trafen sich in Malmö am Dienstag
- Ronaldo trainiert seit dem Norwegen-Spiel nur im Fitnessstudio
- Portugals Verbandspräsident reiste nach Schweden statt zu U21 auf Azoren
Cristiano Ronaldo und Nationaltrainer Jorge Jesus haben sich am Dienstagabend im Teamhotel in Malmö getroffen, wie «A Bola» berichtet. Das Gespräch zwischen den beiden soll laut der portugiesischen Zeitung in einer positiven Atmosphäre verlaufen sein und könnte zur Entspannung der angespannten Lage innerhalb der Mannschaft beitragen. Dies bestätigt auch Jesus am Mittwoch an einer Pressekonferenz.
Also alles gut? Nicht unebdingt. Wie Medien am Mittwoch berichten, hat Ronaldo das portugiesische Camp vorzeitig verlassen. Demnach soll er sich mit einem Privatjet auf den Weg nach Madrid gemacht haben. Ein möglicher Grund: Jesus plante wohl wieder mit Ronaldo als Bankspieler: «Ich bin der Trainer. Ich habe dem Spieler gesagt, dass er nicht spielen wird. Ich setze ihn auf die Bank. Wenn ich ihn 30 Minuten brauche, spielt er – wenn nicht, dann nicht.»
Ronaldo veröffentlicht Statement
Am Mittwochabend meldet sich CR7 dann auch auf Instagram zu Wort: «Nach der Pressekonferenz des Nationaltrainers und nach eines Gesprächs mit dem Präsidenten des portugiesischen Fussballverbands, entschied ich mich, das Camp zu verlassen.» Er werde «zu gegebener Zeit über die Wahrheit» informieren. «Nun ist es an der Zeit, Portugal und all meinen Mannschaftskameraden, ohne Ausnahme, viel Glück zu wünschen.»
Beim Zusammenzug sagte Ronaldo vor rund einer Woche noch, dass er der Erste sei, der seine Sachen packen würde, wenn es ihn nicht mehr brauche. Ob dieses Szenario nun eingetroffen ist?
Hintergrund ist Ronaldos Frustration nach dem Nations-League-Spiel gegen Norwegen, bei dem er die gesamte Partie auf der Bank sass. Das passierte dem Superstar in einem Pflichtspiel zuletzt bei der Euro 2008 gegen die Schweiz. Ursprünglich war ihm mitgeteilt worden, dass er nicht spielen würde, später jedoch signalisierte Jesus, dass ein Einsatz in der zweiten Halbzeit möglich sei. Ronaldo wärmte sich auf, wurde letztlich aber nicht eingewechselt. Nach dem Abpfiff verliess der portugiesische Captain sichtlich enttäuscht direkt das Spielfeld und zog sich in die Kabine zurück.
Verbandspräsident schaltet sich ein
Seither hat Cristiano Ronaldo nicht mehr mit der Mannschaft trainiert, sondern sich lediglich im Fitnessstudio fitgehalten. Diese angespannte Situation hat innerhalb des Teams für Unruhe gesorgt und eine Debatte über die Rolle des 41-Jährigen neu entfacht.
Der Präsident des portugiesischen Fussballverbands, Pedro Proença, hat kurzfristig seine Reisepläne geändert, um die Lage persönlich zu beurteilen. Ursprünglich wollte er die U21-Nationalmannschaft auf den Azoren besuchen, die heute gegen Gibraltar spielt. Stattdessen flog er nach Schweden, wo die A-Nationalmannschaft sich auf das Nations-League-Spiel gegen Dänemark am Donnerstag vorbereitet.
Dieser Artikel ist zuerst auf «abola.pt» erschienen. Die portugiesische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.