«Gehen Zoff aus dem Weg»
Was hinter dem Stehplatz-Comeback bei Nati-Spielen steckt

Die Schweizer Nati spielt zum ersten Mal seit 25 Jahren wieder vor einer Kurve mit Stehplätzen. Welchem Zoff die Nati-Fans damit aus dem Weg gehen. Und ob der Verband jetzt mehr Geld verdient.
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Die Fankurve der Schweiz wird zum ersten Mal seit 25 Jahren aus Stehplätzen bestehen.
Foto: Toto Marti
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Björn LindroosRedaktor Sport

Die Nati-Partie gegen Slowenien vom Samstag in Luzern ist nicht nur das erste Heimspiel seit der WM, es ist auch das erste Nati-Spiel in der Schweiz mit Stehplätzen im Stadion seit gut 25 Jahren. Am 1. September 2001 trat die Schweiz zuletzt in einem Heimspiel mit Stehplätzen an – beim 1:2 gegen das damalige Jugoslawien in Basel.

Jetzt sind die Stehplätze in der Heimkurve zurück. Ganz zur Freude der alteingesessenen Schweizer Fans. «Für uns ist es sensationell», sagt Nati-Superfan Marcel Rohner (56), der schon über 150 Nati-Spiele besucht hat, gegenüber Blick begeistert.

Bald wie im Klubfussball?

Neben der guten Stimmung auf Stehplätzen spricht auch für sie, dass die Mitglieder der Fankurve Schweiz laut Rohner so vor allem Zoff aus dem Weg gehen: «Wir hatten in der Vergangenheit vielfach Diskussionen mit sitzenden Leuten und solchen, die auf ihrem Sitzplatz beharrten. Denn in der Fankurve galt eigentlich immer freie Sitzplatzwahl. Das führte oft zu Diskussionen. Und das ist jetzt vorbei. Wir haben unseren Sektor, und jeder, der stehen will, ist willkommen.»

Entwickelt sich die Schweizer Kurve immer mehr in Richtung Fankurve des Klubfussballs? Davon will Superfan Rohner nichts wissen. «Ich wehre mich ganz dezidiert gegen die Allüren des Klubfussballs. Ich setze mich gegen Pyros und Krawall ein. Bei uns soll jeder Zugang haben. Ich mache gerne den Schnitt zwischen Klubfussball und der Nati.»

Der SFV freut sich auf bessere Stimmung

Der Schweizerische Fussballverband freut sich auf die Änderung: «Stehplätze gehören für uns zum Fussball. Erfahrungsgemäss wird die Stimmung im Stadion häufig von den stehenden Fans in der Kurve geprägt», heisst es auf Anfrage von Blick. Der Verband führte die Stehplätze ein, da sie von der Uefa ab dem 1. September 2026 wieder erlaubt sind.

Durch die neue Stehrampe kann der Verband mehr Tickets verkaufen. Gleichzeitig sinkt der Ticketpreis: «Die Kapazität erhöht sich durch die Stehplätze. Allerdings sind die Stehplatztickets günstiger als die bisher günstigsten Sitzplatztickets», so der SFV. «Bei ausverkauftem Stadion dürften sich diese beiden Effekte in etwa ausgleichen, sodass mit ungefähr gleich hohen Einnahmen zu rechnen ist. Die Aussicht auf zusätzliche Einnahmen war für den SFV bei der Einführung der Stehplätze jedenfalls nicht ausschlaggebend.» Ein Stehplatzticket in der Nations League kostet für eine erwachsene Person 31.30 Franken.

Gute Zahlen

Der Vorverkauf für das erste Heimspiel läuft laut dem SFV sehr gut. «Für das Spiel gegen Slowenien sind bereits 15’457 Tickets verkauft. Die einzigen freien Plätze werden sich im Gästesektor befinden. Die Stehplätze in der Schweizer Kurve sind ausverkauft.»

Für die Partie gegen Nordmazedonien vom Dienstag sind bisher rund 14’000 Tickets verkauft worden. Die Hälfte der Stehplatztickets ist damit schon weg.

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