Breel Embolo ist nicht dabei. Und die Schweiz gewinnt zweimal 3:0. Kann man da schlussfolgern, dass wir im Sturm ein Luxusproblem haben? Kann man nicht. Oder zumindest noch nicht. Aus zwei Gründen: Da waren zwei Verteidigertore dabei und eines durch einen defensiven Mittelfeldspieler.
Zum anderen: Wir sollten mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Die Gegner hiessen Nordmazedonien und Schottland. Diese Mannschaften in Ehren, aber sie gehören nicht zu Europas Beletage. Deren Stürmer sahen neben Akanji und Elvedi aus wie Novizen. Die Schweiz ist derzeit eines der besten Teams der Welt. Punkt. Da muss es der Anspruch sein, gegen solche Mannschaften diskussionslos zu gewinnen. Zeki Amdouni und Winsley Boteli müssen erst noch beweisen, auch gegen die Grossen bestehen zu können. Gegen England, Deutschland, Holland, Frankreich und Konsorten. Erst wenn sie gegen Gegner dieses Kalibers etwas gerissen haben, kann man das mit dem Luxusproblem in Betracht ziehen.
Amdouni ist auf dem Weg dahin. Er ist vor drei Jahren super ins Team gekommen, traf schon in seinem zweiten Länderspiel und in den drei nachfolgenden. Später wieder in der kläglichen Nations League, wo Amdouni mit drei Toren einer der wenigen Leuchtpunkte war. Sonst waren seine Tore spärlich gesät. Bis er sich das Kreuzband riss. Nun ist er «richtig» zurück. Und dies, obwohl er in Englands zweiter Liga spielt – und dort erst seit drei Spielen richtig Stamm ist. Aber der Junge hat was, obwohl er für mich kein richtiger Neuner ist, sondern ein Zehneinhalber.
Der Stift und der dritte Mann
Boteli ist ein Neuner, aber noch sooo jung. Er ist als Stift im Team und soll alles mal kennenlernen. Er soll behutsam da hineinwachsen. Sein Potenzial ist aber fraglos riesig. An Murat Yakins Stelle würde ich ihn gegen Slowenien ins kalte Wasser werfen – und von Anfang bringen. Ein Elchtest in Luzern.
Und Cedric Itten, der dritte Mann im Kader? Der ist genau für solche Situationen dankbar. Für mehr als zu ein paar Kurzeinsätzen darf es in Anbetracht der Qualität unserer Nati schlicht nicht reichen. Über allen steht aber nach wie vor und unverrückbar Breel Embolo! Er ist und bleibt vorne die Nummer eins. Wegen seiner Wasserverdrängung. Wegen seiner Erfahrung. Er soll jetzt sein Privatleben endlich in Ordnung bringen. Dann ist er im November wieder dabei. Für mich keine Frage.