Szene vor Rodriguez-Kiste
Rot statt Penalty freut Nati-Stars – und frustet Schottland-Coach

Die Partie zwischen Schottland und der Schweiz (0:3) wird schon in der Startphase vorentschieden. Warum Gastgeber-Trainer Sébastien Pocognoli lieber einen Penalty gegen sein Team gehabt hätte.
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In der neunten Minute entwischt Dan Ndoye (r.) der schottischen Abwehr.
Foto: Toto Marti

Darum gehts

  • Schweiz siegt 3:0 gegen Schottland nach frühem Platzverweis in Glasgow
  • Schottlands Jack Hendry sieht Rot nach Notbremse ausserhalb des Strafraums
  • Seit Regeländerung 2016 keine «Doppelbestrafung» mehr bei Notbremsen im Strafraum
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Lucas WerderReporter Fussball

Es ist alles andere als üblich, dass sich ein Trainer darüber freut, dass seiner Mannschaft kein Penalty zugesprochen wird. Doch am Dienstagabend in Glasgow wird sich Murat Yakin sicher nicht geärgert haben, dass Schiedsrichter Nenad Minakovic seinen ursprünglichen Pfiff nach VAR-Eingriff wieder zurücknimmt.

Weil Dan Ndoye von seinem Gegenspieler nicht im, sondern knapp vor dem Strafraum zu Fall gebracht worden ist, gibt es keinen Penalty für die Schweiz und keine Gelbe Karte für Schottlands Jack Hendry (31). Dafür bekommen die Schweizer einen Freistoss zugesprochen und der Abwehrspieler muss schon nach zwölf Minuten für seine Notbremse mit Rot vom Platz.

Überzahl als grosser Vorteil für die Nati

«Wir haben das vorher in der Kabine noch kurz diskutiert. Wir waren fast alle der Meinung, dass die Rote Karte für uns besser war, weil wir danach 80 Minuten in Überzahl spielen konnten», erzählt Michel Aebischer (29). «Dass Rici den Freistoss danach gleich verwandelt, war natürlich das i-Tüpfelchen.»

Danach habe die Nati das Spiel ohne grössere Probleme verwaltet. «Wir hätten vielleicht sogar noch zwei, drei Tore mehr machen können. Aber für uns bestand nie die Gefahr, in diesem Stadion etwas liegen zu lassen», bilanziert Aebischer.

Auch Murat Yakin (52) sieht im frühen Platzverweis gegen die Schotten einen grossen Vorteil. «Ich denke, dass wir unser Spiel aber auch in Gleichzahl durchgezogen hätten», so der Nati-Coach. Zudem merkt Yakin an: «Wenn Rici das Tor nicht macht, geht es bei 0:0 weiter.»

Keine Doppelbestrafung mehr seit 2016

Für Schottlands Trainer Sébastien Pocognoli (39) ist der Fall dagegen klar: «Für uns ist das Worst-Case-Szenario eingetroffen!», so der Belgier über den Platzverweis. «Es wäre besser gewesen, wenn sie einen Penalty erhalten hätten und wir dafür elf gegen elf weitergespielt hätten. Vielleicht hätten wir das Spiel danach noch gedreht», glaubt Pocognoli.

Dass nach dem Schweizer Sieg gegen Schottland auf beiden Seiten darüber gesprochen wird, welches Szenario für welche Mannschaft nun besser gewesen wäre, liegt an einer 2016 eingeführten Regelanpassung, die für die Abschaffung der «Doppelbestrafung» sorgte.

Bei einer Notbremse im Strafraum gibt es seither nur noch Gelb, wenn es sich um ein Vergehen im Kampf um den Ball handelt. Zuvor hatte ein Foul als letzter Mann immer einen Penalty und einen Platzverweis zur Folge gehabt.

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