Die Schlüsselszene
Noch keine acht Minuten sind im altehrwürdigen Hampden Park gespielt, als Dan Ndoye der schottischen Abwehr entwischt und erst im Strafraum von Hendry mit einem Foul gestoppt wird. Zumindest sieht das Schiedsrichter Minakovic so. Doch der VAR meldet sich und verlegt das Foulspiel zu Recht ganz knapp vor den Strafraum. Statt Gelb und einen Penalty gibt es Rot und einen Freistoss, den Rodriguez frech zur frühen Schweizer Führung verwandelt.
Das Spiel
Dass die Schotten für ihre Härte bekannt sind, lassen sie die Schweizer in der zweiten Nations-League-Partie schon früh spüren. Die Rote Karte ist ein frühes Besipiel dafür. Ab dem Führungstor von Rodriguez hat die Schweiz das Spielgeschehen mit einem Mann mehr grösstenteils unter Kontrolle, muss sich in der ersten Halbzeit aber vorwerfen lassen, dass man das zweite Tor nicht vehement gesucht hat.
Auch nach dem Pausentee hat die Schweiz alles im Griff und kann nach rund zehn Minuten das 2:0 erzielen. Wieder ist es mit Nico Elvedi ein Verteidiger, der trifft. Haben die Schotten nach dem 1:0 noch etwas ihre Chancen gewittert, kommt in der zweiten Hälfte fast gar nichts mehr. Am Ende trifft auch noch Zeki Amdouni und sorgt so für den souveränen 3:0-Sieg der Nati, die optimal in die Nations League gestartet ist.
Die Tore
12. Minute, Ricardo Rodriguez, 0:1: Nach der Notbremse kriegt die Schweiz einen Freistoss statt Penalty. Rodriguez ist das egal: Der Verteidiger hämmert den Ball traumhaft in die Maschen und bejubelt sein erstes Pflichtspiel-Tor seit September 2019 im Dress der Nati ausgiebig.
55. Minute, Nico Elvedi, 0:2: Nach einem Eckball können die Schotten den Ball nicht klären. Der Ball findet den Weg zu Dan Ndoye, der mit einer flachen Flanke perfekt in den Laufweg von Elvedi spielt. Der Verteidiger hat dann aus nächster Nähe keine Probleme den Ball im Tor unterzubringen.
82. Minute, Zeki Amdouni, 0:3: Das dritte Tor ähnelt dem zweiten Treffer. Wieder landet nach einem Eckball der Ball bei Ndoye, der sieht, dass Zeki Amdouni an der Strafraumkante lauert. Der Doppeltorschütze aus dem Nordmazedonien-Spiel fackelt nicht lange und stellt auf 3:0.
Der Beste
Dan Ndoye. Der Nati-Flügel ist an allen drei Toren beteiligt. Holt erst den Rodriguez-Freistoss und die Rote Karte heraus. Bereitet dann auch noch die Treffer zum 2:0 und 3:0 vor.
Der Schlechteste
Luis Binks. Der Schotten-Verteidiger fällt durch mehrere Rüpel-Aktionen auf, die ihm mehrere Gelbe Karten einbringen müssten. Beim 0:2 lässt er Ndoye unbedrängt flanken.
Das gab zu reden
Nach dem 3:0-Startsieg verzichtet Murat Yakin darauf, gegen Schottland seine halbe Mannschaft umzustellen. Michel Aebischer, der Fabian Rieder ersetzt, ist der einzige neue Mann in der Startelf. Ein Wechsel, der sich schon früh bezahlt macht: Aebischer lanciert mit einem tollen Pass Ndoye, der den frühen Platzverweis gegen die Schotten provoziert.
Die Schiris
Nenad Minakovic lässt den Schotten ihre harte Gangart mehrfach durchgehen. Mit sich diskutieren lässt der Serbe aber nicht gerne. Das beweist er kurz vor der Pause, als er Schottland-Coach Sébastien Pocognoli wegen Reklamierens die Gelbe Karte zeigt.
Die Fans
Knapp 50’000 Fans sorgen im Hampden Park für eine elektrisierende Atmosphäre. Viele Offensivaktionen ihres Teams bekommt der schottische Anhang nicht zu sehen. Dafür wird jeder umso lautstarker unterstützt – allerdings nicht ganz bis zum Schluss. Schon vor Abpfiff leert sich die Arena in Glasgow sichtlich.
So gehts weiter
Bereits am Samstag steht die Schweiz schon wieder im Einsatz – dieses Mal aber zu Hause. In Luzern trifft die Nati auf den letzten verbleibenden Gruppengegner Slowenien, ehe am Dienstag dann das letzte Spiel dieses Zusammenzugs gegen Nordmazedonien ansteht. Die Schotten spielen derweil auswärts gegen Nordmazedonien und am Dienstag zu Hause gegen Slowenien.