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Degen über Lichtsteiner:«Ich war der Einzige, der hinter ihm stand»

«Wir müssen aufhören, zu träumen»
FCB-Boss Degen nutzt Trainer-PK für Klartext

David Degen stellt sich den kritischen Fragen: Der FCB-Boss spricht über die Entlassung von Stephan Lichtsteiner, die Wahl von Slavisa Jokanovic, seine Transferpolitik und die Ziele für die laufende Saison.
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David Degen äussert sich wie üblich klipp und klar.
Foto: Philipp Kresnik/freshfocus
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Noch hat FCB-Boss David Degen (43) in dieser Saison nicht öffentlich gesprochen. Kurz vor der Vorstellungspressekonferenz des neuen Trainers Slavisa Jokanovic (58) nimmt er sich rund eine halbe Stunde Zeit, um über die aktuellen Themenschwerpunkte beim FC Basel zu sprechen.

Kritik an seiner Person

Noch bevor es um den jüngsten Trainerwechsel geht, wird Degen auf die Unruhe rund um seine Person angesprochen. Davon lässt sich der FCB-Boss nicht beeindrucken. «Ich spüre keinerlei Gegenwind. Denn wir sind finanziell stabil. Wir sind in Basler Händen. Wir sind absolut transparent. Wir bringen den Klub in die Zukunft. Wir investieren in die Infrastruktur.»

Ihm sei durchaus bewusst, dass er als Person polarisiere und der Klub den einen oder anderen Trainerwechsel zu viel hatte. «Aber den Mutigen gehört die Welt. Und wir sind mutig. Deshalb haben wir uns für diesen Weg entschieden und damals mit Lichtsteiner und Alex Frei auf junge Trainer gesetzt. Am Ende des Tages kann man aber alles immer schlecht sehen.»

Entlassung von Stephan Lichtsteiner

Zum zehnten Mal musste der FC Basel in der Ära Degen den Trainer wechseln. Kreidet sich der Präsident persönlich an, dass es auch mit Stephan Lichtsteiner (42) nicht geklappt hat? «Wir hätten nie auf einen jungen Trainer setzen sollen, sondern auf einen Erfahrenen. Das ist die Hauptkritik, der ich mich stellen muss.»

Gleichzeitig betont Degen, dass er bis zuletzt an Lichtsteiner festgehalten habe. «Nur wegen mir durfte er die neue Saison beginnen. Ich habe ihm versprochen, dass er die Chance kriegt, mit einem neuen Team bei null anzufangen.» Er habe stets daran geglaubt, dass Lichtsteiner die Kurve kriege.

Im Nachhinein sei man immer schlauer. Nun wünscht Degen seinem früheren Nati-Kollegen, dass er «bei der nächsten Station das, was er falsch gemacht hat, besser machen kann. Und dass er diese Learnings herausnehmen kann, damit er durchstartet».

Wahl für Jokanovic

«Man muss transparent sein. Und ich war bei dieser Trainerwahl nicht involviert. Am Montagabend habe ich zum ersten Mal seine Hand geschüttelt», stellt Degen klar. Es sei zudem nicht das erste Mal, dass er an einem solchen Prozess nicht beteiligt gewesen sei.

Mit der Wahl von Jokanovic zeigt sich Degen dennoch zufrieden. Der Serbe verfüge sowohl als Spieler als auch als Trainer über einen starken Leistungsausweis. «Mitte September einen guten Trainer zu finden, ist nicht einfach. Weil die meisten beschäftigt sind. Dennoch haben wir einen guten Coach gefunden. Er macht einen guten Eindruck. Ich bin sicher, dass er an den richtigen Hebeln ziehen wird, um in die Erfolgsspur zurückzukehren.»

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Transferpolitik

Ein Kritikpunkt an der Ära Degen ist seit längerem, dass es dem FCB an Identifikationsfiguren fehle und die Fluktuation im Kader zu hoch sei. Degen kontert: «Nennt mir doch mal jemanden, den ich herholen soll, der angeblich diese rot-blaue DNA hat.»

Die Zeiten hätten sich im Fussball geändert. «Wir müssen aufhören, zu träumen und immer zurückzuschauen.» Degen sei zudem nicht derjenige, der grosse Fluktuationen im Kader wolle. Vielmehr würden diese vom Markt verlangt. «Andere Schweizer Vereine hätten gern die Transfererlöse, die wir einnehmen können. Nach wie vor haben wir ein strukturelles Defizit. Wir wollen langfristige Stabilität. Und klar muss deshalb auch sein: Wir müssen davon leben, was wir erwirtschaften. Wir sind keine Geldmaschine, sondern müssen einfach schauen, dass wir am Ende des Tages auf null sind und idealerweise ein Plus erwirtschaften können.»

Ändern sich die Saisonziele?

Nach neun Runden liegt der FCB bereits sechs Punkte hinter Platz drei und zwölf Punkte hinter Leader Lugano. «Das sind nicht unsere Ansprüche», betont Degen. Trotzdem will er die vorderen Plätze noch nicht aus den Augen verlieren. «Die Mannschaft hat genug Potenzial, um unter den ersten drei mitzuspielen.»

Vorerst liegt der Fokus allerdings auf etwas anderem. «Wir müssen auf die Erfolgsspur. Dafür müssen wir ein Spiel nach dem anderen nehmen und Punkte einfahren. Den Rest sehen wir dann.»

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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