Skurrile Szene bei erstem Lugano-Heimspiel in neuer Arena
Vaduz-Verteidiger muss nach Goalie-Notbremse ins Tor

Vaduz verliert das Premieren-Spiel in der Super League in der neuen AIL Arena in Lugano 1:2. Im Tor der Liechtensteiner kommt es in der Schlussphase zu einer kuriosen Situation.
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Lugano gelingt die Premiere in der neuen AIL Arena.
Foto: Marusca Rezzonico/freshfocus

Die Schlüsselszene

Nach einer wenig spektakulären Startphase nimmt die Partie nach einer Viertelstunde Fahrt auf – dank dem Aufsteiger aus Liechtenstein. Dejan Djokic bricht auf der linken Seite durch, verpasst aber die Führung für die Gäste nur um Zentimeter, da er nur den Innenpfosten trifft.

Das Spiel

Überraschend hat Vaduz zunächst die besseren Chancen als die Luganesi bei der offiziellen Einweihung ihrer neuen Luxus-Arena (siehe Das gab zu reden I). Der Aufsteiger vergibt nach Djokics Pfostenschuss die Führung gleich nochmals zweimal knapp, weil Monsberger und erneut Djokic den Ball neben das Tor setzen.

Wer sie vorne nicht macht, kriegt sie eben hinten – und dies gleich zweimal nach einem Standard, wo die Liechtensteiner Verteidigung zu schlafen scheint und von den effizienten Tessinern eiskalt erwischt wird.

Während Lugano in der zweiten Hälfte den Ball mehrheitlich verwalten kann, meldet sich Vaduz plötzlich wieder zurück. Dalipis Anschlusstreffer kommt jedoch zu spät und so kann der Aufsteiger die Niederlage bei der Super-League-Premiere nach fünf Jahren nicht abwenden.

Vaduz sorgt in der Schlussphase immerhin noch für Spektakel, als Verteidiger Berisha nach einer Schaffran-Notbremse zwischen die Pfosten muss (siehe Das gab zu reden II). Auch wenn sich die Liechtensteiner nach diesem Rückschlag noch aufbäumen, können sie den Luganesi die erfolgreiche Stadion-Einweihung nicht mehr vermiesen.

Die Tore

29. Minute, Antonios Papadopoulos, 1:0. Grgic bringt eine Ecke vor das Tor, die Cabrera per Kopf klären kann. Der Ball landet von Mai bei Papadopoulos, der per Direktschuss die Führung erzielt.

38. Minute, Lukas Mai, 2:0. Wieder treffen die Luganesi nach einer Ecke. Steffen bringt den Ball ins Zentrum, wo Mai am höchsten steigt und Vaduz-Goalie Schaffran mit einem wuchtigen Kopfball in die linke obere Ecke bezwingt. Es ist der erste Super-League-Treffer für Mai in seiner 116. Partie im Schweizer Oberhaus.

71. Minute, Lutfi Dalipi. 2:1. Auf der rechten Seite erhält Dalipi den Ball. Die YB-Leihgabe zieht zur Mitte, umtänzelt dabei drei Lugano-Verteidiger und erwischt von Ballmoos auf Höhe des Elfmeterpunkts in der linken Ecke.

Die Stimme

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«Der Papa ist stolz!»:Stars schwärmen von der neuen Lugano-Festung

Vaduz-Coach Marc Schneider (gegenüber Blue): «Wir haben ein gutes Spiel gemacht. In der ersten Hälfte haben wir richtig gut begonnen. In den ersten fünf Minuten hat man etwas Nervosität gespürt, aber das ist völlig normal. Wir hatten gute Phasen, dann schiessen sie die beiden Standard-Tore. Das tat sicher weh. Alles in allem war es ein engagierter, mutiger Auftritt. Wir kamen später wieder in die Partie, schiessen das Tor. Am Ende könnte mit einem Lucky Punch gar ein Punkt herausschauen.»

Der Beste

Lukas Mai. Zwar wirkt er in der Defensive nicht immer sattelfest, der Abwehrchef sorgt aber in der Offensive für die Differenz. Den Führungstreffer von Papadopoulos bereitet er vor, das 2:0 erzielt er nach einem wuchtigen Kopfball selber. Es ist der erste Treffer in seinem 149. Pflichtspiel für Lugano.

Der Schlechteste

Ahmed Kentouci. Spielt von Beginn an für Daniel Dos Santos. Viele Akzente kann der Algerier allerdings nicht setzen. Mit ein Grund, warum die Lugano-Offensive lange nur mit Standard-Situationen wirklich gefährlich ist.

Das gab zu reden I

Das Spiel steht ganz im Zeichen der Eröffnung der AIL Arena. Zwar ist es bereits das dritte Spiel, das im neuen Schmuckkästchen stattfindet, doch offiziell wird die Arena heute beim Saisonauftakt gegen Aufsteiger Vaduz eröffnet. Nach kurzen Ansprachen und Interviews mit Projektleiter Philippe Siffert, CEO Martin Blaser, Gotthard-Gitarrist Leo Leoni und ein paar Stadt- und Kantonspolitikern empfangen die Fans die beiden Teams mit einer Choreografie mit schwarz-weissen Plastikfahnen.

Das gab zu reden II

Vaduz-Goalie Schaffran sieht in der 82. Minute nach einer Notbremse Rot und muss vom Feld. Da die Gäste schon fünf Mal gewechselt haben, muss Verteidiger Liridon Berisha für die Schlussphase ins Tor. Dieser wird jedoch nicht mehr geprüft, auch weil Grgic den danach fälligen Freistoss an die Latte setzt.

Die Schiris

Alessandro Dudic leitet die Partie souverän und umsichtig und entscheidet auch beim Platzverweis gegen Vaduz-Goalie Schaffran richtig. Der Ref ist an diesem Nachmittag kein Thema – ein gutes Zeichen für Dudic.

Die Fans

Die AIL Arena ist bei der offiziellen Eröffnung sehr gut gefüllt, 6949 Fans sind zugegen. Nur im Gästesektor gibt es grosse Lücken. Nur rund 50 Fans, darunter etwa 20 Schlachtenbummler, haben die Reise ins Tessin angetreten.

So gehts weiter

Beide Klubs stehen unter der Woche in der zweiten Qualifikationsrunde der Conference League auswärts im Einsatz. Lugano spielt am Mittwoch (16.30 Uhr) beim kosovarischen Vertreter KF Dukagjini (Hinspiel: 1:0), Vaduz am Donnerstag (16 Uhr) beim Atletic Club d'Escaldes in Andorra (Hinspiel: 4:0). In der Liga geht es für Lugano nächsten Sonntag (16.30 Uhr) gegen GC im Letzigrund weiter, Vaduz empfängt gleichentags St. Gallen (14 Uhr).

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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