Das Spiel
Wer hätte das gedacht? Südafrika zieht nach zwei schwachen Auftritten zum Start doch noch als Zweiter in die Sechzehntelfinals ein. Ein Tor und ein Mexiko-Sieg im Parallelspiel sind dafür genug. Für Südkorea beginnt als Dritter nun das grosse Zittern.
Der Favorit aus Asien startet dominant ins Spiel und kommt früh zu guten Möglichkeiten. In der 2. Minute zur ersten guten Möglichkeit. Bayern-Verteidiger Min-jae Kim scheitert mit seinem Kopfball nach einer Ecke aber an Aussenverteidiger Aubrey Modiba, der auf der Linie klärt. Gut fünf Minuten später vergeben Besiktas-Stürmer Hyeon-gyu Oh und PSG-Star Kang-in Lee eine Doppelchance. Das wars dann aber schon fast in Sachen Torszenen der Tiger.
Die Südafrikaner verbessern ihre defensive Ordnung und sorgen so dafür, dass Südkorea mit dem Ballbesitz nicht mehr viel anzufangen weiss. Gleichzeitig wird die Bafana Bafana immer wieder durch Konter gefährlich. In der 30. Minute müsste Evidence Makgopa seine Farben in Führung schiessen, der Stürmer der Orlando Pirates bringt einen Abpraller bei Goalie Seung-gyu Kim, der schon beim 0:1 gegen Mexiko nicht stilsicher wirkte, aus nächster Nähe nicht im Tor unter.
Doch die verpasste XXL-Chance fällt am Ende nicht ins Gewicht, weil sich der wirblige und fleissige Thapelo Maseko nach einer guten Stunde mit dem goldenen Treffer belohnt.
Die Südkoreaner rennen noch einmal an, kommen aber gegen beherzt verteidigende Südafrikaner nur noch zu drei Abschlüssen. Erst in der 93. Minute wirds durch einen Kopfball von Jin-seob Park nochmals gefährlich.
Das Tor
63. Minute, Thapelo Maseko, 1:0. Die Südafrikaner überspielen hoch stehende, aber nur halbherzig pressende Südkoreaner mit einem Chip-Ball. Nach einer schönen Ablage per Hacke wird Tshepang Moremi über links der Linie entlang geschickt. Nach einem geschickten Haken legt er in den Rücken der Abwehr zurück auf Maseko, der von halbrechts eiskalt in die nahe Ecke trifft.
Das gab zu reden
Südafrikas Sprung in die K.o-Runde ist eine Premiere. 1998, 2002 und bei der Heim-WM 2010 scheiterte man jeweils in der Gruppenphase. Im vierten Anlauf klappts.
So gehts weiter
Südafrika holt sich sensationell Platz zwei in der Gruppe A und trifft am Sonntag (21 Uhr Schweizer Zeit) auf Co-Gastgeber Kanada. Weil die Schweiz diesem den Gruppensieg weggeschnappt hat, müssen sie ab in den USA spielen. Ob Südkorea als Dritter mit drei Punkten und einer Tordifferenz von minus eins eine Zukunft an der WM hat, steht noch in den Sternen.