Valentina Cavallar (25), die österreichische Berg-Spezialistin, hatte ihre Saison dieses Jahr nach der Tour de France Femmes Anfang August frühzeitig beendet. Der Grund dafür blieb lange unklar. Nun meldet sie sich auf Instagram zu Wort und erklärt ihre Entscheidung.
Dopingkontrolle im Zimmer nebenan
Cavallars Rückzug hat familiäre Gründe: Ihre Mutter war schwer erkrankt und ist verstorben. Der Verlust habe ihr vor Augen geführt, dass letztlich nicht Rekorde zählen, sondern Familie und Freunde.
Neben diesen bewegenden Worten spricht sie auch über einen Vorfall, der sich kurz nach dem Todesfall abspielte: «Was diese Erfahrung noch schwerer machte, war, dass ich nur wenige Stunden nach dem Tod meiner Mutter zu Hause, in dem Zimmer neben dem, in dem sie lag, einer Dopingkontrolle unterzogen werden musste.»
Sie fügt weiter hinzu: «In diesem Moment dachte ich ganz sicher nicht an Radsport, Wettkämpfe oder meine Pflichten als Sportlerin. Ich war eine Tochter, die gerade ihre Mutter verloren hatte. Unter diesen Umständen eine Dopingkontrolle durchstehen zu müssen, empfand ich als äusserst schmerzhaft, völlig unangebracht und respektlos gegenüber meiner Familie.»
Der Mensch hinter der Athletin
Cavallar schreibt weiter, dass sie die Wichtigkeit eines sauberen Sports verstehe und schätze, man aber oft die Menschen hinter den Athletinnen vergesse. Sie pocht auf mehr «Menschlichkeit, Mitgefühl und Respekt» im Profisport.