Am Medientag von Swiss-Ski in Dübendorf ZH richtet Marco Odermatt (28) einen dringenden Appell an den Weltverband FIS, der womöglich schon ab 2028 jedes Jahr eine Ski-WM austragen lassen will. «Statt einfach öfter die genau gleichen WM-Medaillen wie immer zu verteilen, sollte man lieber etwas Neues ausprobieren», sagte der Nidwaldner.
Dann schiebt Odermatt nach, wie er sich das vorstellen könnte. «Wie bei der Ultimate Championship in der Leichtathletik.»
Dieses neue Welt-Finale ging vor zwei Wochen erstmals in Budapest über die Bühne. Die Überlegungen des Weltverbands World Athletics gleichen denjenigen der FIS. Auch in der Leichtathletik gibts wie im Skirennsport die WM im Zweijahresrhythmus, dazu alle vier Jahre Olympia. Der WM-Rhythmus wurde nicht angetastet – stattdessen bekommt die Leichtathletik nun in allen Nicht-WM-Jahren die Ultimate Championship.
Die Besten gegen die Besten – plus Wildcards
Die FIS würde das freie Jahr einfach mit einer weiteren WM ergänzen. Wenns nach Odermatt geht, ist das der falsche Weg. Tatsächlich liesse sich bei genauerer Betrachtung das Leichtathletik-Konzept praktisch 1:1 in den Winter versetzen.
Die Ultimate Championship war im Prinzip ein normales Stadionmeeting, einfach modern inszeniert. Mehr Lichtshow, mehr Farbkonzept, mehr Feuerwerk, neue Pokale.
Die aktuellen Olympiasiegerinnen und Olympiasieger, Weltmeisterinnen und Weltmeister hatten automatisch einen Startplatz. Die restlichen Plätze ergaben sich aus dem Stand der Weltrankings. Dazu, nicht unwichtig für die Fans vor Ort: Es wurden Wildcards an die besten einheimischen Athletinnen und Athleten vergeben. Dieses Konzept wäre im Skirennsport problemlos adaptierbar.
Und, was aus Schweizer Ski-Sicht genial wäre, da man für einmal nicht wegen strikter Anzahl Startplätze selbst podestfähige Athleten daheim lassen müsste: Die Leichtathletik verzichtet fürs Ultimate-Format auf beschränkte Startplätze pro Nation – wie sonst bei Grossanlässen üblich. So standen zum Beispiel gleich fünf US-Amerikanerinnen im 100-Meter-Final. Die Besten gegen die Besten als Konzept. Ohne Kontingente – dafür in einem gross inszenierten Showdown.
Bei der Leichtathletik war die Verpackung eine grosse Show
Was Ski ebenso von der Ultimate Championship lernen könnte: Die Disziplinen selbst wurden nicht angetastet, es gab keine Experimente mit irgendwelchen bemüht erfundenen Wettkampfformaten. Der Sport war echt – einfach die Verpackung eine grosse Show.
Was man allerdings auch wissen muss: Die Ultimate Championship war für die Athleten auch aus einem simplen Grund hochattraktiv. Es gab 10 Millionen Dollar Preisgeld, so viel wie noch nie in der Leichtathletik.
So weit ins Detail gingen bei Odermatt die Überlegungen wohl noch nicht. Dem Skistar gehts vor allem um frischen Wind: «Alle vier Jahre etwas Neues auszuprobieren, liegt drin.»