Prämien steigen weiter
Wie du die Krankenkasse wechselst und damit sparst

Und wieder wird es teurer. Um 5 Prozent auf 412 Franken pro Monat steigen die mittleren Prämien fürs nächste Jahr. Doch es gibt einige Möglichkeiten, Gegensteuer zu geben und dein Portemonnaie zu entlasten.
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Die Krankenkassenprämien steigen weiter.
Foto: Keystone

Darum gehts

  • Krankenkassenprämien steigen 2027 um 5 Prozent.
  • Versicherte könnten durch Wechsel oder Anpassungen bis zu 38'000 Franken in 10 Jahren sparen.
  • Im Schnitt sparen Erstwechsler jährlich 563 Franken.
Sven Schumann
Sven SchumannRedaktor Wirtschaft

Auch nächstes Jahr steigen die Krankenkassenprämien stark an. SP-Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider (62) vermeldete am Dienstag schweizweit ein durchschnittliches Prämienwachstum von 5 Prozent. Die höheren Prämien schlagen nach einem für Konsumentinnen und Konsumenten teuren Herbst besonders schwer aufs Portemonnaie. Gänzlich ausgeliefert sind die Versicherten den steigenden Prämien aber nicht, denn viele haben noch Spielraum für beträchtliche Einsparungen.

Blick zeigt dir, an welchen Stellschrauben du drehen kannst – und was du dafür beachten musst.

Hier liegt mögliches Sparpotenzial

Zuerst lohnt es sich, zu prüfen, ob der Wechsel zu einem anderen Anbieter sinnvoll ist. Denn zwischen den Kassen gibt es beträchtliche Preisunterschiede – obwohl alle in der Grundversicherung die gleiche Leistung erbringen müssen.

Aber auch, wer bei seiner Kasse bleiben möchte, kann unter Umständen grosses Sparpotenzial finden. Wer eine eingeschränkte Arztwahl in Kauf nimmt, kann monatlich Geld sparen. Je nach Alter und Wohnort kostet die monatliche Prämie so rund 100 Franken weniger.

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Viel Luft für Einsparungen kann auch die Wahl der Franchise bieten. Genaues Nachrechnen lohnt sich. Grundsätzlich empfiehlt sich, entweder die höchste oder die niedrigste Franchise auszuwählen. So können die eigenen Gesundheitskosten je nach Fall noch einmal um 1000 Franken bis 1500 Franken pro Jahr gedrückt werden.

Und der letzte Trick: Manche Krankenkassen erlauben eine jährliche oder halbjährliche Vorauszahlung – auch Skonto genannt. So kann je nach Kasse bis zu 2 Prozent eingespart werden.

So viel könntest du einsparen

Das maximale Sparpotenzial ist immens. Im Extremfall hätten beispielsweise Versicherte im Kanton Basel-Stadt über die letzten zehn Jahre 38'000 Franken sparen können, wenn sie 2016 von der teuersten auf die billigste Kasse gewechselt hätten. Das zeigt eine Analyse des Vergleichsdienstes Comparis. Doch auch bei weniger extremen Beispielen kann einiges zusammenkommen.

Selbst kleine Einsparungen summieren sich über einen längeren Zeitraum zu beträchtlichen Beträgen. Aus diesem Grund lohnt sich der jährliche Preisvergleich. Eine neue Auswertung der Axa zeigt, dass Versicherte bei ihrem ersten Wechsel im Schnitt 563 Franken pro Jahr einsparen. Doch auch danach ist es ratsam, die Augen nach günstigeren Angeboten offenzuhalten. Denn auch weitere Wechsel in den Folgejahren zahlen sich aus: Pro Jahr konnten so durchschnittlich 383 Franken eingespart werden. Besonders die Gruppe der 26- bis 30-Jährigen profitierte von einem Wechsel.

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Diese Fristen musst du beachten

Die Grundversicherung läuft ab dem 1. Januar und gilt für jeweils ein Kalenderjahr. Danach kann sie gewechselt werden. Dafür gilt es folgende Fristen einzuhalten: Spätestens am 30. November muss dein schriftlicher Kündigungsbrief bei der Krankenkasse ankommen. Damit nichts schiefgeht, empfiehlt sich ein Versenden der Kündigung per Einschreiben, das bis zum 15. November aufgegeben wird. Musterbriefe für das Kündigungsschreiben bei der alten Versicherung findest du im Internet bei Vergleichsportalen und Konsumentenschutz.

Der Vertragsabschluss bei der neuen Krankenkasse muss in jedem Fall bis Ende Dezember erfolgt sein. Die neue Kasse informiert dann die alte Kasse, damit ein lückenloser Versicherungsschutz gewährleistet ist. Erst dann ist der Wechsel rechtlich vollzogen. Auch hier lohnt sich deshalb ein frühzeitiges Versenden des Vertrages, um das Risiko eines zu späten Eintreffens zu vermeiden.

Auf diesen Portalen informierst du dich

Im Internet gibt es diverse Portale, auf denen du die verschiedenen Angebote der Krankenkassen vergleichen kannst. Aber Achtung: Nicht alle Anbieter sind unabhängig und gehen sorgfältig mit deinen persönlichen Daten um. Unabhängig und nicht kommerziell ist beispielsweise priminfo.ch, der offizielle Prämienrechner des Bundes. Daneben bietet die Stiftung Konsumentenschutz einen Prämien- und Franchisenrechner auf ihrer Webseite an. Ebenso fündig wirst du auf den Portalen swupp.ch oder financescout24.ch.

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