Darum gehts
- Friedrich Merz besucht Kiew am Sonntag mit Unterstützungsversprechen
- Deutschland liefert Abfangdrohnen, 1 Mrd. Euro für Waffen, 350 Mio. für Wiederaufbau
- Mitten im Besuch kam es zu einem russischen Drohnenangriff auf eine wichtige Brücke in Kiew
Bundeskanzler Friedrich Merz (70) ist am frühen Sonntagmorgen überraschend in Kiew eingetroffen. Das berichten deutsche Medien in Bezugnahme auf die Nachrichtenagentur DPA. Bei dem Solidaritätsbesuch sicherte Merz der Ukraine weitere Unterstützung im Krieg gegen Russland zu.
Mitten während des Besuchs des deutschen Kanzlers kam es jedoch zu einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt. Videos in den sozialen Medien zeigen den Angriff auf eine Brücke im Norden Kiews, den Bürgermeister Vitali Klitschko bereits bestätigte.
Zentrale Verkehrsader in Kiew
Bei der Nordbrücke über den Fluss Dnipro handelt es sich um eine äussert wichtige Verkehrsader, die das östliche und westliche Ufer der ukrainischen Hauptstadt verbindet. Das russische Militär stuft die Brücke als wichtig ein, weil sie für Truppenbewegungen und den Transport von Gütern genutzt wird.
Bereits am Samstag war es zu einem Drohnenangriff auf die Brücke gekommen. Die Fahrbahnoberfläche und Leitungen für Oberleitungsbusse wurden dabei beschädigt, der Verkehr daraufhin eingestellt, wie Klitschko bestätigte. Bereits am Freitag hatten russische Attacken drei der sechs Strassenbrücken Kiews über den Dnipro ganz oder teilweise unpassierbar gemacht.
«Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!»
Nur wenige Stunden vor Merz' Ankunft hatte das russische Aussenministerium ausländische Besucher und Diplomaten gewarnt, Kiew zu verlassen. Trotz der Warnung liess sich Merz nicht von seiner Reise abbringen. «Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns», sagte er bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew. «Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen», versicherte er dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (48).
Merz verurteilte die russischen Bombardements auf Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke vor dem fünften Kriegswinter scharf. Vor Reportern und Kameras wandte sich der Bundeskanzler mit einer direkten Botschaft an Kreml-Chef Wladimir Putin (73): «Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf! Wir sind bereit zu Gesprächen, wir sind bereit, miteinander über das Ende dieses Krieges zu sprechen. Aber diese barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine müssen aufhören.»
Milliardenhilfe für die Ukraine
Der Bundeskanzler wurde von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (53) und Vertretern der Rüstungs- und Energiebranche begleitet. Laut der DPA plant die deutsche Regierung, Tausende Abfangdrohnen zu liefern, um russische Kampfdrohnen mit Düsenantrieb abzuwehren. Zudem sollen eine Milliarde Euro für die Produktion weitreichender Waffen und 350 Millionen Euro für den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur bereitgestellt werden.
Merz’ Besuch in Kiew ist der vierte eines deutschen Kanzlers seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022. Bereits im Mai 2025 reiste Merz, wenige Tage nach seinem Amtsantritt, gemeinsam mit europäischen Spitzenpolitikern wie Emmanuel Macron (48) in die Ukraine. Mit der aktuellen Reise will Merz den politischen Druck auf Russland verstärken und den Rückhalt Deutschlands für die Ukraine bekräftigen. «Eintracht und Stärke sind auch heute Erfolgsbedingungen für Verhandlungen mit Moskau», so Merz.