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Sensationssieger vom Kap:Eine Überraschung, aber nur auf den ersten Blick

Südafrika-Sieger im Cabernet-Franc-Tasting
Rote Rebsorte auf der Überholspur

Erst zum zweiten Mal können die Schweizer Weine in einem grossen Blick-Tasting nicht mit der Weltspitze mithalten. Der Sieger kommt aus Südafrika. Eine Sensation. Aber nur auf den ersten Blick.
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Im Saal 11 des Fünf-Sterne-Hotels Schweizerhof in Luzern ging das grosse Cabernet-Franc-Tasting von Blick über die Bühne.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

  • Cabernet Franc trotzt dem Klimawandel und gewinnt an Bedeutung
  • Warwick aus Stellenbosch gewinnt Blindverkostung gegen renommierte internationale Konkurrenz
  • 46 Weine mit mindestens 80 Prozent Cabernet Franc von 11 Juroren blind verkostet
  • Die Schweizer Gewächse können mit der Weltspitze nicht mithalten
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Alain KunzReporter Fussball

Cabernet Franc. Die rote In-Rebsorte schlechthin. Sie ist hip. Sie trotzt dem Klimawandel. In Bordeaux spielt sie eine immer grössere Rolle. Im italienischen Bordeaux, der Region um Bolgheri, setzen viele Weingüter auf reinsortige CabFrancs als den absoluten Topwein des Hauses. Und auch in der Schweiz wird die Sorte immer öfter angebaut. Vor allem im Wallis und im Tessin. «Sie ist immer mehr im Kommen», bestätigt Master of Wine Ivan Barbic.

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Rang 10: Ventaglio, Tenuta Argentiera, 2018, Bolgheri (I). 17,14 Punkte, 307 Franken, globalwine.ch; tiefe, komplexe Nase, dunkle Früchte, Heidelbeeren, Cassis, Würze, Mokka, Spannung, intensiv, harmonisch, Top-Finale.
Foto: Alain Kunz

Alles Parameter, die für einen Vergleich zwischen den besten Schweizer Vertretern und einer Weltauswahl sprechen. Blick hat dieses Tasting im geschichtsträchtigen Luzerner Fünf-Sterne-Haus Schweizerhof durchgeführt. Im Saal 11 hat eine Jury mit mehreren Masters of Wine die 46 Gewächse (davon 19 Schweizer), die einen Mindestanteil von 80 Prozent CabFranc aufweisen mussten, blind verkostet. Das Setting: Die Flaschen wurden am Vorabend entkorkt und die Weine während der gesamten Verkostung bei 16 Grad gehalten. Die Degustations-Reihenfolge aller elf Jurorinnen und Juroren war verschieden.

Preis-Leistungs-Tops: Die Francs für wenig Franken

Die Bandbreite an Preisen war in dieser Verkostung enorm. Sie reichte von 18 bis 395 Franken. Der teuerste Wein, der Lodovico des Weinguts Tenuta di Biserno der Familie Antinori in Bibbona, das gleich neben dem italienischen Bordeaux liegt, also neben Bolgheri in der Toskana, landet auf Platz 2. Doch hier soll vor allem die Rede sein von Rang 9, denn auf diesem platziert sich der beste Schweizer. Es ist der Cabernet Franc Tradition vom Weingut L’Orpailleur von Frédéric Dumoulin aus Uvrier bei Sitten im Wallis. Dieser Wein ist mit 21 Franken der zweitgünstigste des gesamten Tastings! Zusammen mit seinem Bruder David führt Frédéric Dumoulin das Erbe der Kellerei fort, die deren Eltern 1959 ins Leben gerufen haben. Orpailleur heisst Goldsucher. Und das ist das immerwährende Bestreben der Dumoulins: das Gold im Walliser Boden zu entdecken. Im Fall des Cabernet Franc ist ihnen das trefflich gelungen. Hier sind die zwei mit Abstand höchstbewerteten Cabernet Francs unter 30 Franken:

  • Cabernet Franc Tradition Cave l’Orpailleur Frédéric Dumoulin (Foto), 2022, Uvrier VS
    17,17 Punkte, Rang 9, 21 Franken, lorpailleur.ch
  • Rainbow’s End Cabernet Franc Limited Release, 2021, Stellenbosch (Südafrika)
    17,08 Punkte, Rang 11, 24.90 Franken (bei 6 Flaschen), kapweine.ch. PS, Geheimtipp: Der «normale» CabFranc von Rainbow’s End ist genauso gut wie dieser und kostet bei 6 Flaschen gerade mal 19.90 Franken!
Der Cabernet Franc Tradition der Cave L'Orpailleur aus Uvrier bei Sitten von Frédéric Dumoulin kostet 21 Francs.
Der Cabernet Franc Tradition der Cave L'Orpailleur aus Uvrier bei Sitten von Frédéric Dumoulin kostet 21 Francs.
RMS

Die Bandbreite an Preisen war in dieser Verkostung enorm. Sie reichte von 18 bis 395 Franken. Der teuerste Wein, der Lodovico des Weinguts Tenuta di Biserno der Familie Antinori in Bibbona, das gleich neben dem italienischen Bordeaux liegt, also neben Bolgheri in der Toskana, landet auf Platz 2. Doch hier soll vor allem die Rede sein von Rang 9, denn auf diesem platziert sich der beste Schweizer. Es ist der Cabernet Franc Tradition vom Weingut L’Orpailleur von Frédéric Dumoulin aus Uvrier bei Sitten im Wallis. Dieser Wein ist mit 21 Franken der zweitgünstigste des gesamten Tastings! Zusammen mit seinem Bruder David führt Frédéric Dumoulin das Erbe der Kellerei fort, die deren Eltern 1959 ins Leben gerufen haben. Orpailleur heisst Goldsucher. Und das ist das immerwährende Bestreben der Dumoulins: das Gold im Walliser Boden zu entdecken. Im Fall des Cabernet Franc ist ihnen das trefflich gelungen. Hier sind die zwei mit Abstand höchstbewerteten Cabernet Francs unter 30 Franken:

  • Cabernet Franc Tradition Cave l’Orpailleur Frédéric Dumoulin (Foto), 2022, Uvrier VS
    17,17 Punkte, Rang 9, 21 Franken, lorpailleur.ch
  • Rainbow’s End Cabernet Franc Limited Release, 2021, Stellenbosch (Südafrika)
    17,08 Punkte, Rang 11, 24.90 Franken (bei 6 Flaschen), kapweine.ch. PS, Geheimtipp: Der «normale» CabFranc von Rainbow’s End ist genauso gut wie dieser und kostet bei 6 Flaschen gerade mal 19.90 Franken!

Ahnungslose Niederländer waren die ersten Weinbauern am Kap

Auf Platz 1 landet weder einer der grossen und teuren Bolgheri-Weine wie Lodovico der Tenuta di Biserno (Rang 2, 395 Franken, teuerster Wein der Degustation), Paleo von Le Macchiole (Rang 3, 98 Franken) oder Ventaglio von Argentiera (Rang 10, 307 Franken) noch ein Franzose oder Ungar, wo Cabernet Franc die «adoptierte» wichtigste rote Rebsorte ist. Sondern ein Wein aus Südafrika! Aus dem Staat, in dem Wein seit 1655 gemacht wird, seit Siedler der Dutch East India Company Rebstöcke ans Kap brachten, um (lange haltbaren) Wein für die langen Reisen der Seeleute zu keltern. Kolonialherr Jan van Riebeeck (1619–1677) ist deshalb so was wie der erste Weinbauer. Am 2. Februar 1659 schrieb er in sein Tagebuch: «Heute, gelobt sei Gott, wurde erstmals Wein aus Kapreben gemacht.»

Glücklicherweise kamen bald auch Hugenotten ans Kap und damit Wein-Expertise, denn die niederländischen Gesöffe waren ziemlich untrinkbar. Mit den Franzosen wurde der Wein immer besser, und der Vin de Constance, ein Süsswein, wurde gar Napoleons Lieblingswein, den er auch 1821 auf seinem Sterbebett trank. Mittlerweile gehören die Top-Südafrikaner zu den besten Weinen der Welt. Das zeigt auch der Sieger eindrücklich auf: Warwick!

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Mondäne Kulisse für das grosse Cabernet-Franc-Tasting von Blick: das Hotel Schweizerhof in Luzern.
Foto: Philippe Rossier

Cabernet Franc ist für Warwick Herzenssache

Fünf Juroren gaben dem Wein 18 oder mehr Punkte. Kein Wunder, ist Christiana von Arnim, CEO des Weinguts aus der Cabernet-Region Stellenbosch, beeindruckt: «Wooooooowwwwwwwww!!!!! Cool!», schreibt sie. Bevor sie am Telefon sagt: «Ich kanns kaum glauben! Aus einer derart elitären Besetzung als Nummer 1 hervorzugehen, ist fantastisch! Das ist toll für Südafrika, für Cabernet Franc – und für uns.» JD Pretorius, der Önologe von Warwick, unterstreicht: «CabFranc ist eine tricky Rebsorte. Sie tendiert zu kräftigem Wuchs und kann auch total herbal werden.» Wichtig sei es, die Reben auf dem richtigen Terrain zu pflanzen. Denn diese gedeihen bei weitem nicht überall gut. «Wir waren ja die Ersten am Kap, die einen reinsortigen CabFranc gekeltert haben. Das war 1988. Mittlerweile kennen wir unser Terroir deshalb in- und auswendig.» So gesehen ist der Sieg kein Zufall. «Der grösste Teil unserer Rebfläche ist mit CabFranc bepflanzt», ergänzt von Arnim. Mehr als Cabernet Sauvignon.

Übrigens: Der CO₂-Fussabdruck eines in der Schweiz erhältlichen Weins aus Südafrika ist in den meisten Fällen viel besser als jener von einem aus Italien oder Spanien. Diese Weine werden vornehmlich in Lastwagen zu uns gekarrt. Aus dem Ribera del Duero sind es zum Beispiel 1500 Kilometer. Die Weine aus Südafrika hingegen schwimmen in gewaltigen Containerschiffen von Kapstadt nach Antwerpen, dann im Güterzug nach Basel. Der Lastwagenanteil: 53 Kilometer von Warwick zum Hafen von Kapstadt. 85 Kilometer von Basel nach Zürich.

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Informationen aus erster Hand. Alain Kunz von Blick 2023 beim Besuch von Warwick zusammen mit Önologe JD Pretorius.
Foto: Martina Kunz

Die Rebsorte stammt aus dem spanischen Baskenland, wo sie von Pilgern, die auf dem Rückweg von Santiago de Compostela waren, nach Frankreich gebracht wurden, vor allem ins Loiretal und in die Gironde. In diesen beiden Regionen spielt CabFranc eine Hauptrolle. Im Bordelais vornehmlich in den Assemblagen. Und hier in erster Linie in Saint-Émilion, der grössten Region des Bordelais. Die Nummer eins ist zwar Merlot. Doch mittlerweile wird fast nur noch CabFranc neu angepflanzt, wenn irgendwo in die Jahre gekommene Merlot-Lagen ausgerissen werden. Denn CabFranc kann mit den durch den Klimawandel gestiegenen Temperaturen besser umgehen. Der mythische Hauptwein von Château Cheval Blanc besteht schon lange oft aus rund 60 Prozent CabFranc. Was alles aussagt über die Qualität dieser Rebsorte.

Wo landen die Schweizer?

Zurück zum Tasting und zur Frage, wo die Schweizer abgeblieben sind. Das Erfreuliche: Der CabFranc des Weinguts L’Orpailleur der Familie Dumoulin aus Uvrier bei Sitten VS ist mit Rang 9 der bestklassierte – und der klare Preis-Leistungs-Sieger. Für 21 Franken gibts einen Wein, der viele sehr viel teurere Weine hinter sich gelassen hat.

Ränge 11–30: Auch diese Francs konnten überzeugen

Cabernet Franc Limited Release (Foto), Rainbow’s End, 2021, Stellenbosch (Südafrika)

17,08 Punkte, 24.90 Franken, kapweine.ch

La Trinità Villanyi Franc, Heumann, 2019, Villany (Ungarn)

17,08 Punkte, 39 Franken, heumannwines.com

Dedicato a Walter, Poggio al Tesoro, 2019, Bolgheri (I)

17,06 Punkte, 168 Franken, moevenpick-wein.ch

Le Salamandre Tâché, Stéphane Gros, 2021, Dardagny GE

17,03 Punkte, 88 Franken (Magnumflasche), vinotto.ch

Cabernet Franc Reserve, Markus Iro, 2022, Gols (A)

17 Punkte, 34 Franken, landolt-weine.ch

Credi, Valentina Tamborini Wine Collection, 2020, Lamone TI

17 Punkte, 56 Franken, tamborinivini.ch

Q, Château Moulin Haut-Laroque, 2022, Fronsac (F)

16,94 Punkte, 55 Franken, gerstl.ch

Gran Enemigo Gualtallary Single Vineyard, El Enemigo, 2020, Mendoza (Argentinien)

16,92 Punkte, 115 Franken, moevenpick-wein.ch

Plamont Cabernet Franc Quintessence, Benoît Dorsaz, 2022, Fully VS

16,92 Punkte, 28 Franken, benoit-dorsaz.ch

Cuvée Alexandre, Lapostelle 2022, Colchagua Valley (Chile)

16,92 Punkte, 29 Franken, gerstl.ch

Ungulus Riserva, Castello di Cantone, 2021, Capolago TI

16,92 Punkte, 138 Franken, castellodicantone.ch

Cabernet Franc Grand Cru Yvorne, Château Maison Blanche, 2022, Yvorne VD

16,86 Punkte, 27 Franken, maison-blanche.ch

Cab3, Defayes-Crettenand/Vieux-Moulin/Bovanche, 2022, Vétroz/Leytron/Savièse VS

16,86 Punkte, 150 Franken (Magnum), cab3.ch

Château Petit Gravet Ainé, 2021, Saint-Émilion (F)

16,83 Punkte, 46 Franken, gerstl.ch

il Cabernet Franc, Vini e Distillati Angelo Delea, 2021, Losone TI

16,78 Punkte, 89 Franken, delea.ch

Cuvée 1844 Cabernet Franc, Karin und Roland Lenz, 2023, Uesslingen-Buch TG

16,78 Punkte, 29.50 Franken, bauraulacvins.ch

Cabernet Franc, Cave Bovanche Nicolas Jacquier, 2023, Ardon VS

16,75 Punkte, 18 Franken, cavedebovanche.ch

Cortis PUR, Domaine & Cellier du Paradis, 2020, Satigny GE

16,72 Punkte, 31 Franken, cortis.ch

Numina Spirit Vineyard, Salentein, 2021, Mendoza (Argentinien)

16,69 Punkte, 33 Franken, zweifel1898.ch

Cabernet Franc, Tenuta vitivinicola Trapletti, 2019, Coldrerio TI

16,67 Punkte, 100 statt 125 Franken, traplettivini.ch

Cuvée Eva, Le Crocine, 2022, Bibbona (I)

16,67 Punkte, 59 Franken, zweifel1898.ch

Auch der zweite Südafrikaner im Tasting hat überzeugt, dies in der Limited-Release-Edition. Doch auch die stinknormale Version ist grossartig und kostet weniger als 20 Franken!
Auch der zweite Südafrikaner im Tasting hat überzeugt, dies in der Limited-Release-Edition. Doch auch die stinknormale Version ist grossartig und kostet weniger als 20 Franken!
RMS

Cabernet Franc Limited Release (Foto), Rainbow’s End, 2021, Stellenbosch (Südafrika)

17,08 Punkte, 24.90 Franken, kapweine.ch

La Trinità Villanyi Franc, Heumann, 2019, Villany (Ungarn)

17,08 Punkte, 39 Franken, heumannwines.com

Dedicato a Walter, Poggio al Tesoro, 2019, Bolgheri (I)

17,06 Punkte, 168 Franken, moevenpick-wein.ch

Le Salamandre Tâché, Stéphane Gros, 2021, Dardagny GE

17,03 Punkte, 88 Franken (Magnumflasche), vinotto.ch

Cabernet Franc Reserve, Markus Iro, 2022, Gols (A)

17 Punkte, 34 Franken, landolt-weine.ch

Credi, Valentina Tamborini Wine Collection, 2020, Lamone TI

17 Punkte, 56 Franken, tamborinivini.ch

Q, Château Moulin Haut-Laroque, 2022, Fronsac (F)

16,94 Punkte, 55 Franken, gerstl.ch

Gran Enemigo Gualtallary Single Vineyard, El Enemigo, 2020, Mendoza (Argentinien)

16,92 Punkte, 115 Franken, moevenpick-wein.ch

Plamont Cabernet Franc Quintessence, Benoît Dorsaz, 2022, Fully VS

16,92 Punkte, 28 Franken, benoit-dorsaz.ch

Cuvée Alexandre, Lapostelle 2022, Colchagua Valley (Chile)

16,92 Punkte, 29 Franken, gerstl.ch

Ungulus Riserva, Castello di Cantone, 2021, Capolago TI

16,92 Punkte, 138 Franken, castellodicantone.ch

Cabernet Franc Grand Cru Yvorne, Château Maison Blanche, 2022, Yvorne VD

16,86 Punkte, 27 Franken, maison-blanche.ch

Cab3, Defayes-Crettenand/Vieux-Moulin/Bovanche, 2022, Vétroz/Leytron/Savièse VS

16,86 Punkte, 150 Franken (Magnum), cab3.ch

Château Petit Gravet Ainé, 2021, Saint-Émilion (F)

16,83 Punkte, 46 Franken, gerstl.ch

il Cabernet Franc, Vini e Distillati Angelo Delea, 2021, Losone TI

16,78 Punkte, 89 Franken, delea.ch

Cuvée 1844 Cabernet Franc, Karin und Roland Lenz, 2023, Uesslingen-Buch TG

16,78 Punkte, 29.50 Franken, bauraulacvins.ch

Cabernet Franc, Cave Bovanche Nicolas Jacquier, 2023, Ardon VS

16,75 Punkte, 18 Franken, cavedebovanche.ch

Cortis PUR, Domaine & Cellier du Paradis, 2020, Satigny GE

16,72 Punkte, 31 Franken, cortis.ch

Numina Spirit Vineyard, Salentein, 2021, Mendoza (Argentinien)

16,69 Punkte, 33 Franken, zweifel1898.ch

Cabernet Franc, Tenuta vitivinicola Trapletti, 2019, Coldrerio TI

16,67 Punkte, 100 statt 125 Franken, traplettivini.ch

Cuvée Eva, Le Crocine, 2022, Bibbona (I)

16,67 Punkte, 59 Franken, zweifel1898.ch

Aber auch der beste Eidgenosse ist weit weg vom Podest. Das war schon beim letzten Blick-Tasting vom Frühling so, als es um Schaumwein ging. Während die Schweizer bei den Verkostungen zu den Themen Pinot Noir, Merlot, Chardonnay, Chasselas oder Sauvignon Blanc obenaus schwangen, beim Syrah immerhin auf dem Treppchen landeten, so standen sie bei den Bubbles und nun beim CabFranc nicht im Spitzenfeld. Zufall? Nein, viel eher Logik. Denn diese beiden Themen sind in der Schweiz noch sehr jung. Da fehlen Erfahrung und Tradition. Vielleicht stehen auch die Rebstöcke an vielen Orten noch nicht auf dem perfekten Terrain. Aber die Ansätze sind vielversprechend. Sogar derart, dass Master of Wine Paul Liversedge den CabFranc von Grillette aus Neuenburg am höchsten bewertet. «Super, dieser Wein. Die Schweizer waren jedenfalls eine positive Überraschung.»

Die elfköpfige Jury im Hotel Schweizerhof (v.l.): Fischer, Dayer, Barbic, Matthes, Hofmann, Geiger, Liversedge, Kunz, Weh, Zündel, van Velsen.
Foto: Philippe Rossier
Die Jury: Diese elf Supernasen haben verkostet
  • Ivan Barbic (56) ist Master of Wine, also Inhaber des weltweit bedeutendsten Weindiploms. Der gebürtige Kroate und studierte Lebensmittel-Ingenieur ist Einkäufer beim Weinimporteur Bataillard und präsidiert grosse Weinwettbewerbe wie die Expovina. Favorit: Ventaglio.
  • Michael Matthes (61) ist Leiter Produktion Newsroom Blick, Schweizer Weinsommelier und hat einen eigenen Weinblog namens derweinblog.ch. Favorit: Markus Iro.
  • Alain Kunz (62) ist Redaktor der Blick-Gruppe und schreibt über Fussball und Wein. Er ist Mitglied der Mémoire des Vins Suisses und verkostet regelmässig im «Vinum»-Profipanel und am Concours Mondial de Bruxelles. Favorit: Luna Nuova.
  • Ursula Geiger (54) hat einen Abschluss in Weinbau und Önologie in Geisenheim (D) und ist heute Hobby-Winzerin. Sie ist Weinredaktorin bei Blick und besitzt eine Agentur für Weinjournalismus sowie Weinconsulting. Favorit: Le Salamandre Tâché.
  • Adrian van Velsen (52) ist in der Werbe- und Medienbranche tätig und war 2006 Finalist in der Schweizer Meisterschaft im Weindegustieren. Er hat seinen eigenen Weinblog vvwine.ch, schreibt für «Vinum» über Bordeaux und ist Hobby-Winzer im Piemont (I). Favorit: Cuvée Distique 14.
  • Lidwina Weh (48) ist ausgebildete Sommelière und Weinakademikerin. Lange war sie in der internationalen Spitzengastronomie zu Hause. Heute leitet sie ihre Agentur Sommelier-Consult und die Weinschule der Schüwo Trinkkultur. Favoriten: Lodovico, Paleo und Markus Iro.
  • Paul Liversedge (56) war der zweite von nun fünf Masters of Wine in der Schweiz. Er ist schottischer Herkunft und war ursprünglich Wirtschaftsprüfer. 2009 gründete er seine eigene Firma Real Wines. Favorit: Le Palin von Grillette.
  • Johanna Dayer (33) ist Master of Wine in spe. Die gebürtige Genferin hat die Prüfungen bestanden und ist nun an der Diplomarbeit, an der man üblicherweise nicht mehr scheitert. Der Toskana-Freak ist Managing Partner auf dem Walliser Renommier-Weingut Clos de Tsampéhro. Favorit: Viñedos de Montaña von Riccitelli.
  • Tobias Hofmann (42) ist Director of Food and Beverage im Gastgeber-Hotel Schweizerhof in Luzern. Zuvor war der Deutsche Co-Geschäftsführer im Sporthotel Eienwäldli in Engelberg OW und Leiter des gesamten F&B-Bereichs im Grand Casino Luzern inklusive des 16-Gault-Millau-Punkte-Restaurants Olivo. Favorit: Markus Iro.
  • Anna Fischer (33) führt zusammen mit ihrem Bruder Oli und ihrem Vater Urs die renommierte Weinhandlung Fischer Weine in Sursee LU. Sie hat einen Bachelor in Business Administration und ist seit 2020 im Familienbetrieb involviert. Favoriten: Ventaglio und Q2022 von Moulin Haut-Laroque.
  • Myra Zündel (33) ist die technische Leiterin von Zündel Azienda Agricola in Beride TI, einem bio-organischen Topbetrieb, wo der Kultwein Orizzonte gekeltert wird. Sie hat den Betrieb zusammen mit ihrem Bruder Manuel 2019 von ihrem Vater Christian übernommen, einem Bio-Pionier im Tessin. Favoriten: Petit Gravet Ainé und Cuvée 1844 von Lenz.
  • Ivan Barbic (56) ist Master of Wine, also Inhaber des weltweit bedeutendsten Weindiploms. Der gebürtige Kroate und studierte Lebensmittel-Ingenieur ist Einkäufer beim Weinimporteur Bataillard und präsidiert grosse Weinwettbewerbe wie die Expovina. Favorit: Ventaglio.
  • Michael Matthes (61) ist Leiter Produktion Newsroom Blick, Schweizer Weinsommelier und hat einen eigenen Weinblog namens derweinblog.ch. Favorit: Markus Iro.
  • Alain Kunz (62) ist Redaktor der Blick-Gruppe und schreibt über Fussball und Wein. Er ist Mitglied der Mémoire des Vins Suisses und verkostet regelmässig im «Vinum»-Profipanel und am Concours Mondial de Bruxelles. Favorit: Luna Nuova.
  • Ursula Geiger (54) hat einen Abschluss in Weinbau und Önologie in Geisenheim (D) und ist heute Hobby-Winzerin. Sie ist Weinredaktorin bei Blick und besitzt eine Agentur für Weinjournalismus sowie Weinconsulting. Favorit: Le Salamandre Tâché.
  • Adrian van Velsen (52) ist in der Werbe- und Medienbranche tätig und war 2006 Finalist in der Schweizer Meisterschaft im Weindegustieren. Er hat seinen eigenen Weinblog vvwine.ch, schreibt für «Vinum» über Bordeaux und ist Hobby-Winzer im Piemont (I). Favorit: Cuvée Distique 14.
  • Lidwina Weh (48) ist ausgebildete Sommelière und Weinakademikerin. Lange war sie in der internationalen Spitzengastronomie zu Hause. Heute leitet sie ihre Agentur Sommelier-Consult und die Weinschule der Schüwo Trinkkultur. Favoriten: Lodovico, Paleo und Markus Iro.
  • Paul Liversedge (56) war der zweite von nun fünf Masters of Wine in der Schweiz. Er ist schottischer Herkunft und war ursprünglich Wirtschaftsprüfer. 2009 gründete er seine eigene Firma Real Wines. Favorit: Le Palin von Grillette.
  • Johanna Dayer (33) ist Master of Wine in spe. Die gebürtige Genferin hat die Prüfungen bestanden und ist nun an der Diplomarbeit, an der man üblicherweise nicht mehr scheitert. Der Toskana-Freak ist Managing Partner auf dem Walliser Renommier-Weingut Clos de Tsampéhro. Favorit: Viñedos de Montaña von Riccitelli.
  • Tobias Hofmann (42) ist Director of Food and Beverage im Gastgeber-Hotel Schweizerhof in Luzern. Zuvor war der Deutsche Co-Geschäftsführer im Sporthotel Eienwäldli in Engelberg OW und Leiter des gesamten F&B-Bereichs im Grand Casino Luzern inklusive des 16-Gault-Millau-Punkte-Restaurants Olivo. Favorit: Markus Iro.
  • Anna Fischer (33) führt zusammen mit ihrem Bruder Oli und ihrem Vater Urs die renommierte Weinhandlung Fischer Weine in Sursee LU. Sie hat einen Bachelor in Business Administration und ist seit 2020 im Familienbetrieb involviert. Favoriten: Ventaglio und Q2022 von Moulin Haut-Laroque.
  • Myra Zündel (33) ist die technische Leiterin von Zündel Azienda Agricola in Beride TI, einem bio-organischen Topbetrieb, wo der Kultwein Orizzonte gekeltert wird. Sie hat den Betrieb zusammen mit ihrem Bruder Manuel 2019 von ihrem Vater Christian übernommen, einem Bio-Pionier im Tessin. Favoriten: Petit Gravet Ainé und Cuvée 1844 von Lenz.

Dass die Rebsorte unterdessen bei uns sortenrein in die Flasche gebracht werden kann, ist dem Klimawandel geschuldet. Die um über 2 Grad seit der Industrialisierung gestiegenen Durchschnittstemperaturen sind für die Umwelt ein Desaster, für gewisse Rebsorten sind sie ein Segen. Wie Cabernet Franc. Denn der muss voll ausreifen, um nicht auch seine im Übermass als negativ empfundenen Eigenschaften zur Ausprägung zu bringen: also einen gewissen Grünton und trocknende Tannine. «Die waren in einigen Weinen klar spürbar», sagt Verkoster Adrian van Velsen. «Und in anderen war die Fruchtsüsse dominant, lief aber wegen mangelnder Säure und Struktur ins Leere», sagt Blick-Redaktorin Ursula Geiger, die nicht von allen Proben begeistert war. Auch Bald-Master-of-Wine Johanna Dayer stellt eine grosse Heterogenität fest. «Vor allem beim Restzucker und beim Ausbau.» Aromen von roten und schwarzen Beeren könnten aber im besten Fall einen hochattraktiven Rotwein ergeben, sagt Barbic. Der beste Fall ist in diesem Tasting sehr oft vorgekommen.

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