Darum gehts
- Guy Parmelin tritt nach elf Jahren im Bundesrat zurück
- Eine Findungskommission für die Nachfolge ist an der Arbeit
- Zu seinen eigenen Ambitionen äussert sich SVP-Fraktionschef Aeschi derzeit nicht
Blick: Seit 2016 ist Guy Parmelin Bundesrat. Wie hat er die Interessen der Partei auch gegen aussen vertreten?
Thomas Aeschi: Die SVP ist unglaublich stolz auf Bundespräsident Guy Parmelin. Er hat aufgezeigt, dass die Schweiz mit allen Ländern gute Beziehungen pflegen muss, ohne sich einseitig an die EU anzubinden. Es gab wohl noch keinen Bundesrat, der so viele Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Unter anderem mit Indien, Indonesien, Vietnam, Thailand, den Mercosur-Staaten sowie eine Modernisierung mit China.
Den letzten Bundesratssitz zu besetzen, war für die Mitte-Partei eine zähe Sache. Wird es für die SVP einfacher?
Seit längerem ist eine Findungskommission eingesetzt. Bis am 23. Oktober am Mittag können die Kantonalparteien ihre Bewerbungen einreichen. Die Fraktion wird dann am 20. November beschliessen, wen sie für die Kandidatur vorschlagen wird.
Wird die Partei ein Zweierticket ins Rennen schicken?
Diese Frage wird die Fraktion am 20. November entscheiden.
Soll die Nachfolge aus der Romandie stammen? Soll nun eine Frau zum Zug kommen? Oder beides?
Heute ist der Tag, um unseren Bundespräsidenten Guy Parmelin und seine Leistungen zu würdigen. Alles andere kommt später.
Dann verraten Sie auch nicht, wie es um Ihre eigenen Bundesratsambitionen steht?
Das ist korrekt.
Die SVP hat bereits angekündigt, das Justizdepartement übernehmen zu wollen. Mit welchen konkreten Zielen?
Wir haben kommuniziert, dass im Asyl- und Migrationsbereich von SP-Bundesrat Beat Jans die grössten Führungsdefizite bestehen. Entsprechend suchen wir nach Kandidaten, welche insbesondere die Fähigkeit zur Übernahme von Führungsverantwortung im EJPD haben.
Bundesrat Jans wäre für die SVP auch ein dankbares Feindbild, um das EU-Dossier zu vertreten.
EDA-Vorsteher Ignazio Cassis (FDP) hat klar gemacht, dass er bis zur Abstimmung über den EU-Unterwerfungsvertrag im Bundesrat verbleiben wird. Zudem ist die Departementverteilung Aufgabe des Bundesrates.