Der internationale Eishockey-Verband IIHF besammelt sich derzeit auf der kanarischen Insel Teneriffa zum halbjährlichen Kongress, auf dem am Freitag Wahlen anstehen. Mittendrin ist Peter Zahner (65), der CEO der ZSC Lions, der für einen Platz im IIHF-Council, der Eishockey-Weltregierung, kandidiert.
Der Aargauer soll Raeto Raffainer (44), der für eine zweite Amtszeit verfügbar gewesen war, ersetzen. Der Verwaltungsrat des Verbandes hatte sich in einer Abstimmung für Zahner als Schweizer Kandidaten entschieden.
Zahner ist seit 30 Jahren im internationalen Hockey-Business tätig. So könnte man denken, dass seine Wahl eine Formsache sei. Doch dem ist nicht so. Während sich der Lions-Boss und ehemalige Präsident der Champions League nicht auf Wahlprognosen einlassen will, stufen Szenekenner seine Chancen auf 50 Prozent ein.
Kanada hat gleich viele Stimmen wie Mexiko
Das liegt einerseits am Wahlmodus und am Umstand, dass jeder der 61 stimmberechtigten Mitgliedsverbände gleich viele Stimmen hat. Das Votum von Kanada (615'000 Lizenzierte) zählt also gleich viel wie jenes von Iran (745) oder Mexiko (591).
Deshalb hat Zahner auch Lobbying betrieben. «Wenn du dich nominieren lässt, musst du auch Wahlkampf betreiben», sagt er. Und wer ihn kennt, weiss, dass er den seriös angeht. So wie einst vor dem Bau der Swiss Life Arena, als er den Kollegen vom Fussball zeigte, was man mit intensivem und cleverem Lobbying erreichen kann.
Schon bei der Heim-WM in Zürich im Mai, bei der ebenfalls ein Kongress anstand, knüpfte er Kontakte. Als Stadiongastgeber habe er sich bei den Gästen aus aller Welt für ihren Besuch bedankt, ohne dabei seine Kandidatur zu erwähnen.
In den letzten Wochen unterhielt er sich per Videocalls mit den Stimmberechtigten, wobei sich mancher fragte: «Peter, who?» «Schliesslich interessiere die nationalen Verbände nicht, was die ZSC Lions machen.»
Inzwischen dürfte jeder Zahner kennen. «In den Gesprächen ging es darum, sich kennenzulernen und zu hören, was die Bedürfnisse sind. Ich konnte keine Versprechungen machen, weil ich als Teil des Gremiums nichts bestimmen kann, wenn ich gewählt werden sollte. Und Anbiedern ist schlecht.»
Zahner: «Eine sehr intensive Zeit»
Da viele Stimmberechtigte in anderen Zeitzonen beheimatet sind, sei es eine «sehr intensive Zeit» gewesen. Der Schlaf kam zu kurz, die Calls fanden oft frühmorgens oder spätabends statt. So ist Zahner froh, dass am Freitagvormittag endlich gewählt wird.
Dabei kämpfen 31 Kandidaten um 15 Plätze. Zuerst wird der Nachfolger des abtretenden Präsidenten Luc Tardif (73) bestimmt. Die Favoriten sind Franz Reindl (71, De) und Peter Briza (61, Tsch). Danach ist der Senior Vice President und darauf die drei regionalen Vizepräsidenten an der Reihe.
Sollten bis dahin noch nicht drei Frauen gewählt sein, wird als Nächstes diese Quote erfüllt, womit nur noch sieben oder acht Plätze offenbleiben. Dabei ist die Konkurrenz für Zahner nicht zu unterschätzen. Von den total 31 Kandidaten sind 16 aktuelle und zwei ehemalige Präsidenten ihres Verbandes, während Zahner nur im VR der Swiss Ice Hockey Federation ist. Auch deshalb war ein guter Wahlkampf wichtig, um Chancen zu haben, weiterhin einen Schweizer Vertreter in der Hockey-Regierung zu stellen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 10 | 18 | 27 | |
2 | Genève-Servette HC | 11 | 4 | 21 | |
3 | SCL Tigers | 11 | 7 | 19 | |
4 | HC Fribourg-Gottéron | 11 | 9 | 18 | |
5 | HC Ajoie | 11 | -3 | 16 | |
6 | HC Ambri-Piotta | 10 | -6 | 15 | |
7 | HC Lugano | 10 | 3 | 15 | |
8 | Lausanne HC | 11 | -4 | 15 | |
9 | SC Bern | 9 | 1 | 14 | |
10 | EV Zug | 7 | 10 | 13 | |
11 | HC Davos | 11 | -4 | 13 | |
12 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 11 | -14 | 11 | |
13 | EHC Biel | 10 | -4 | 10 | |
14 | EHC Kloten | 11 | -17 | 9 |