stimmen St.Gallen nach Sieg gegen Lausanne
2:15
Gaal schwärmt von Debütant:«Er kann sich gerne von seiner ersten Prämie belohnen»

In St. Gallen wird geschwärmt
Er floh einst vor den Taliban – nun startet Heydari durch

Enrico Maassen lobt Mostafa Heydari als aussergewöhnliches Talent. Der 19-Jährige hat als Kind die Flucht über das Mittelmeer miterlebt. In den Trainings beeindruckt er selbst gestandene Profis.
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Hat mit seinen 19 Jahren schon viel erlebt: Mostafa Heydari ist in die Schweiz geflüchtet.
Foto: keystone-sda.ch
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Florian RazReporter Fussball

Kein Video. Nicht mal ein Foto. Als Mostafa Heydari (19) vor dem Spiel gegen Lausanne den Fans im Berit Sitterstadion vorgestellt wird, steht auf den Anzeigetafeln bloss sein Name. Dazu die Nummer 68. Da wurde die Stadionregie des FC St. Gallen ganz offensichtlich davon überrascht, wie schnell dieser Teenager zu seinem Debüt in der Super League kommt.

Er ist ja auch erst seit zwei Monaten in der ersten Mannschaft der St. Galler. Und doch steht er nicht ohne Vorwarnung auf dem Rasen. Enrico Maassen hat in den letzten Wochen immer wieder mal durchblicken lassen, dass er da einen jungen Mann in seinem Kader hat, der ihn ganz speziell überzeugt.

Flucht vor den Taliban

Wenn dann mit Colin Kleine-Bekel und Chima Okoroji zwei Verteidiger ausfallen, hat Maassen kein Problem damit, so einem Talent seine Chance zu geben. «Heute hat man ihm schon angemerkt, dass er in den ersten Minuten etwas nervös war», sagt der FCSG-Trainer nach dem Spiel zwar. Aber er stellt auch fest: «Das ist okay, es war das erste Mal vor dieser Kulisse. Er hat ein sehr ordentliches Debüt gefeiert.»

Für Heydari ist der Nachmittag ein weiterer grosser Schritt in einem an Einschnitten bereits sehr reichen Leben. Der 19-Jährige hat trotz seinen jungen Jahren schon viel erlebt. Seine Familie wanderte um das Jahr 2008 auf der Flucht vor den Taliban von Afghanistan nach Iran aus. Dort wurden die Heydaris nach mehreren Jahren ausgewiesen und entschieden sich für die lebensgefährliche Reise via die Türkei und das Mittelmeer nach Europa.

Der Fussball erleichtert das Ankommen in der Schweiz

Mit dem Fussballspielen beginnt Mostafa danach wie drei seiner vier Brüder im Rheintal beim FC Montlingen. Der Fussballklub ist der Ort, an dem den Buben ab der Ankunft 2016 die Integration in der Ostschweiz gelingt. Und für Mostafa wird der FC sogar zum ersten Schritt in Richtung Fussballprofi.

«Seine Geschichte soll er mal persönlich erzählen», meint Maassen dazu. Aber er hält zu Heydaris gelungenem Debüt auch fest: «So jemandem gönnt man das natürlich umso mehr.»

Wobei Maassen nicht im Geringsten überrascht ist, dass Heydari mit dem Druck umgehen kann: «Er trainiert so konstant, dass selbst erfahrene Spieler sagen: Hey, das ist schon besonders, was der da zeigt.»

Auch Abwehrspieler Tom Gaal (25) sagt nach Spielschluss: «Er hat zwar noch keine Minute gespielt. Aber ihr müsst mir einfach glauben, was der im Training abreisst. Alle wussten: Er wird heute gut sein.»

Trainer Maassen schwärmt von Heydari

Geht es nach Maassen, wird Heydari nur noch besser: «Für mich hat dieser Spieler wenig bis kein Limit. Er ist schnell, er ist gut mit dem Ball, er hat den linken Fuss, er hat eine defensiv sehr hohe Spielintelligenz. Er ist ein sehr harter Verteidiger.» Viel Lob vom Cheftrainer.

Und von Verteidigerkollege Gaal gibt es noch eine Streicheleinheit obendrauf. «Ich glaube, der hat heute zum ersten Mal eine Prämie gemacht», sagt der Deutsche, «damit kann er sich gerne belohnen. Wir lieben ihn wirklich, auch wenn er erst seit kurzem bei uns ist. Das hat er richtig gut gemacht.»

Bleiben noch zwei Fragen. Erstens: Was bezahlt Heydari seinen Teamkollegen zum Einstand? Ein Frühstück, einen Apéro? «Das bleibt seiner Kreativität überlassen», sagt Gaal mit breitem Lächeln, «aber wir freuen uns, wenn er was mitbringt.»

Die zweite Frage: Wann wird Heydari wieder spielen? Gegen Lausanne muss er nach 65 Minuten vom Feld. «Er hat leider richtig einen gegen den Schädel gekriegt», erklärt Maassen. «Jetzt müssen wir mal gucken, wie es ihm geht. Es hat auf jeden Fall gut gebrummt.»

Möglich also, dass sein Aufstieg vorerst wieder etwas gebremst wird. Aber Mostafa Heydari hat in seinem Leben schon ganz andere Widerstände überwunden.

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
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16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
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10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
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