Neuvorstellung Bentley Torcal
Der erste Elektro-SUV der britischen Luxusmarke

Der neue Bentley Torcal kombiniert Luxus mit Elektro-Power: 888 PS, 600 Kilometer Reichweite und ein markantes Design. Der erste Stromer der britischen Marke erscheint ab Frühling 2027 – Blick hat alle Infos.
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Bentley enthüllt den ersten, reinen Stromer der Marke. Torcal heisst der Elektro-SUV und teilt seine Basis mit dem Porsche Cayenne Electric.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Bentley präsentiert seinen ersten elektrischen Luxus-SUV Torcal
  • Besonderheiten: bis zu 888 PS, 600 km Reichweite, 16 Minuten Ladezeit
  • Marktstart Anfang Sommer 2027
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Wolfgang Gomoll

Bentley-CEO Frank-Steffen Walliser bringt es auf den Punkt: «Der Torcal ist in erster Linie ein Bentley.» Die Optik verleiht den Worten Substanz. Der E-SUV ist rund fünf Meter lang, wirkt aber flacher und gestreckter als ein klassischer Luxus-Crossover. Langer Radstand, kurze Überhänge und eine weit nach vorn gezogene Motorhaube, deren Linie sich durch die gesamte Flanke zieht. Flächen und klare Linien statt verspielter Lichtkanten.

Beleuchtete Kristalle im Kühlergrill

Ganz ohne Effekte gehts im Jahr 2026 aber nicht. Der Diamond-Kühlergrill ist beleuchtet und bei Dunkelheit scheinen die dreidimensionalen Kristalle zu schweben. Das Heckdesign ist dezenter. Die Rückleuchten sitzen aussen und ziehen sich als schmale horizontale Bänder in die breiten hinteren Kotflügel. Die grosse, fast senkrechte Heckklappe hat eine kleine Heckscheibe. Der E-SUV ist zudem das erste Bentley-Serienmodell mit dem modernisierten Emblem, bei dem die Flügel schärfer, kantiger und deutlich reduzierter gestaltet sind. Der Torcal ist rund zwölf Zentimeter kürzer als der Standard-SUV Bentayga, hat aber einen um drei Zentimeter längeren Radstand. Entsprechend grosszügig fallen die Platzverhältnisse aus.

Innen unterscheidet er sich vom Bruder-Modell Porsche Cayenne Electric. Das zentrale OLED-Display ist zwar wie im Porsche geschwungen. Allerdings: Physische Schalter bleiben für wichtige Funktionen. Dazu kommen ein Head-up-Display, eine Gesichtserkennung und das Handy als Fahrzeugschlüssel. Im Fond lässt sich die Dreiersitzbank erstmals bei Bentley elektrisch umklappen. Neu und Geschmacksache sind optionale Bezüge aus Merinowolle. Hinzu kommen Dekore aus bis zu 1000 Lagen nachhaltig beschaffter Walnuss-Reststücke und Recyclingpapier.

Künstlicher Motorensound ist nicht jedermanns Sache. Die Bentley-Entwickler verstanden das als Herausforderung. Ihre «Bentley Dynamic Symphony» ist kein simples synthetisches V8-Imitat. Musiker spielten unter anderem Schlagzeug, Bratsche und Bassgitarre ein; kleine Unregelmässigkeiten blieben bewusst erhalten. Der Klang reagiert auf Drehmomentanforderung und Geschwindigkeit, wird im Sport-Modus intensiver – lässt sich aber auch komplett abschalten. Sogar Blinker- und Bediengeräusche stammen aus real aufgenommenen Klängen.

Bis zu 888 PS

Bentley bringt den Torcal zunächst in zwei Versionen. Das Basismodell hat 821 PS (604 kW) und ein Drehmoment von 1194 Nm. Der stärkere Torcal S kommt mit 888 PS (653 kW) und 1350 Nm. So sprintet der 2,7-Tönner in nur 3,4 bzw. 2,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Erst bei 250 bzw. 260 km/h Spitze ist Schluss. Die Technik basiert auf derselben PPE-Architektur wie beim Porsche Cayenne Electric und teilt folglich mit ihm wesentliche Komponenten. Zwei E-Motoren sorgen für angemessenen Vortrieb. An der Hinterachse arbeitet ein Sperrdifferenzial, vorne setzt Bentley auf ein offenes Differenzial. Der Akku hat eine Nettokapazität von 113 kWh. Die Energie reicht für bis zu 600 Kilometer WLTP-Reichweite. Der Torcal lädt dank 800-Volt-Technik mit bis zu 400 kW Gleichstrom. Der Akku ist so in nur 16 Minuten von 10 auf 80 Prozent geladen.

Auch das «Active-Ride»-Fahrwerk stammt von Porsche, wurde für Bentley aber komplett neu abgestimmt. Beim Torcal kommen Luftfedern und Zweiventildämpfer, bei denen sich die Zug- und Druckstufe getrennt regeln lassen, zum Einsatz. Querstabilisatoren sind nicht vorhanden. Deren Funktion übernehmen die aktiven Dämpfer. Hinzu kommt eine serienmässige Allradlenkung mit bis zu fünf Grad an der Hinterachse. Der Wendekreis beträgt somit lediglich 11,1 Meter. Dazu kommen elektrische Türen, 25 Radar-, Kamera- und Sensorsysteme, trainierbares Parken und automatisches Zurücksetzen auf engen Strassen. Der ab Anfang Sommer 2027 startende Elektro-SUV dürfte wohl mindestens 190'000 Franken kosten – genauere und offizielle Preise sind jedoch noch nicht bekannt.

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